Johannes Paul II. als Buch (gebunden)
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Johannes Paul II.

Der Papst, der aus dem Osten kam. mit 25 Abbildungen.
Buch (gebunden)
Johannes Paul II. (1920 - 2005) war ein Jahrhundertpapst. Er begeisterte die Massen, und seine Besuche in Polen zeigten den Menschen im Ostblock: Es gibt eine Kraft, die stärker ist als der kommunistische Staatsapparat. Doch so sehr Karol Wojtyla in … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Johannes Paul II.
Autor/en: Matthias Drobinski, Thomas Urban

ISBN: 3406749364
EAN: 9783406749360
Der Papst, der aus dem Osten kam.
mit 25 Abbildungen.
Beck C. H.

17. Februar 2020 - gebunden - 336 Seiten

Beschreibung

Johannes Paul II. (1920 - 2005) war ein Jahrhundertpapst. Er begeisterte die Massen, und seine Besuche in Polen zeigten den Menschen im Ostblock: Es gibt eine Kraft, die stärker ist als der kommunistische Staatsapparat. Doch so sehr Karol Wojtyla in seiner Heimat stets die Reformer in der Kirche unterstützt hatte - als Papst regierte er selbst autoritär, beschnitt die Unabhängigkeit der Ortskirchen und maßregelte Theologen. Matthias Drobinski und Thomas Urban erzählen keine Heiligengeschichte, sondern porträtieren eine faszinierende Persönlichkeit, die Revolutionär und Reaktionär in Einem war.

Unter dem Eindruck des nationalsozialistischen Terrorregimes entschied sich Karol Wojtyla für das Priestertum. Er entwickelte eine Theologie, die von der Freiheit und Würde des Menschen ausgeht, der über sich und seine materielle Existenz hinausstrebt. Er half durch sein Auftreten gegen den Kommunismus, den Eisernen Vorhang einzureißen, aber unerbittlich kritisierte er auch den Materialismus des Westens. In einem mutigen Schritt hat er als Papst um Vergebung gebeten für die Schuld der Vergangenheit. Doch mit seinem Festhalten an einer rigiden Sexualmoral, dem Nein zur Frauenordination und der Verkennung des Missbrauchsskandals hinterließ Johannes Paul II. seiner Kirche ein schweres Erbe.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
1. Non sum dignus
Helden des Fußballs und der Romantik
Jüdische Freundinnen und Freunde

2. Deutscher Terror und Leben im Untergrund
Zwangsarbeit, Askese und Meditation
Vom verbotenen Theater zum verbotenen Priesterseminar

3. Suche nach Nischen im Stalinismus
Römische Studien und Begegnungen
Kulturkampf an der Weichsel
Kaplan für Bauern und Studenten
Non possumus!
Christlicher Personalismus vs. absoluter Personalismus

4. Jüngster Bischof der Volksrepublik Polen
Wonne, Liebe und Verantwortung
Fleißiger Netzwerker auf dem Konzil
Triumph mit Freude und Hoffnung

5. Ein unbequemer Gegner für die Parteiideologen
Der Irrtum des kommunistischen Chefideologen
Stichwortgeber für "Humanae vitae"
Brot und Recht auf Freiheit
Große Auftritte bei Reisen in den Westen

6. Habemus papam
Überraschende Wahl des Außenseiters
Weißer Rauch aus der Sixtinischen Kapelle
Alarm in den Parteizentralen in Warschau und Moskau

7. Frischer Wind in der Kurie
Ein eigenes Machtzentrum im Vatikan
Dialog der Kirchen und Religionen
Charisma und spontane Begegnungen

8. Triumph in der Heimat, Skepsis bei den Nachbarn
Bestürzung und Unmut in der Parteiführung
Papstbilder auf der Lenin-Werft
Erste Konflikte mit den Deutschen
Maßregelung der Niederländer und Jesuiten

9. Schüsse auf dem Petersplatz
Die drei Geheimnisse von Fátima
Gescheiterter Prozess um die "bulgarische Spur"
Gesäuberte Archive und falsche Gerüchte

10. Krieg der Kommunisten gegen das eigene Volk .
Spitzel und Spione im Herzen der Kirche
"Auf den Knien vor dem Papst rutschen"

11. Rigider Kurs nach innen, Dialog nach außen
Die Aufwertung des Opus Dei und der Legionäre Christi
Streit um die Befreiungstheologie
Konfrontation mit den Sandinisten
Ein revolutionäres Treffen in Assisi
Begeisterung bei der Jugend, Skepsis bei den Frauen
Reform der Kurie und Bruch mit den Traditionalisten
Ein Kardinal für Köln

12. Das Ende des Ostblocks
Werben für ein "neues Europa"
Ärger und Enttäuschung über die polnischen Landsleute
Vergebliche Einsätze für Frieden

13. Positionsbestimmung in der globalisierten Welt
Kritik am Kapitalismus und am moralischen Relativismus
Warnungen vor einer "Kultur des Todes"
Aufruf zur Ökumene, Dialog mit den Juden
Gemeinsam mit Postkommunisten für Europa
Spannungen mit dem Dritten Rom
Ein neues Bild Martin Luthers

14. Sorgen im neuen Jahrtausend
Vom Garten Gethsemane zur Grabeskirche
Ungehörte Warnungen vor Krieg in Nahost
Skandale um die sexuelle Gewalt
Unterstützung für die Europäische Union

15. Santo subito!
Am Ende des Lebenswegs
Die große Pilgerfahrt
Jubel in Polen über den deutschen Nachfolger

Nachwort

Anhang
Anmerkungen
Abkürzungsverzeichnis
Literaturverzeichnis
Abbildungsnachweis
Personenregister

Portrait

Matthias Drobinski ist seit 1997 in der "Süddeutschen Zeitung" zuständig für Kirchen und Religionsgemeinschaften. Als Journalist begleitete er die Amtszeiten von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Nun berichtet er über Papst Franziskus.



Thomas Urban war als Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" von 1988 bis 2012 Zeitzeuge der großen Umwälzungen in Osteuropa.


Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 22.02.2020

Marx hatte er im Repertoire

Rückblick auf einen charismatischen Mann auf dem Apostolischen Stuhl: Matthias Drobinski und Thomas Urban zeichnen ein Porträt von Johannes Paul II.

Diese Szene liegt bereits fünfzehn Jahre zurück, und doch steht sie einem sofort vor Augen, sobald man die Biographie aufschlägt. Es ist die Szene, die sich an einem Märztag 2005 vor den Augen der ganzen Welt abspielte und in der "Johannes Paul II. mit letzter Kraft und stumm vom Fenster in der obersten Etage des Apostolischen Palasts aus die wartende Menge auf dem Petersplatz" segnete. Sie wird von den Autoren, Matthias Drobinski und Thomas Urban, gleich zu Beginn des Vorworts festgehalten - zusammen mit der Tatsache, dass der Papst wenige Tage später starb und in Rom sich dreieinhalb Millionen Menschen versammelten, um von ihm Abschied zu nehmen. Es sind nur einige Zeilen, und doch ließe sich kaum ein besserer Auftakt für ein Buch finden, das zu erklären versucht, warum Karol Wojtyla als ein "Jahrhundertpapst" gilt.

Natürlich ist es den Autoren bewusst, dass er schon zum Zeitpunkt seiner Wahl (am 16. Oktober 1978) im Vergleich zu seinen Vorgängern eine Ausnahmeerscheinung war. Nicht nur als "der jüngste Papst im 20. Jahrhundert" und "der erste slawische Papst". Auch dank dessen, dass er "einen breiten Wissenshorizont", "ein starkes Charisma" und "einen trockenen Humor" besaß, wodurch er "ebenso Massen begeistern wie im persönlichen Gespräch überzeugen" konnte. Und nicht zuletzt weil er "zwei totalitäre Systeme erlebt" hatte.

Nationalsozialismus und Kommunismus - beides hatte einen großen Einfluss auf die Haltung und die Entscheidungen des neu gewählten Papstes. Ohne das Erlebnis des Krieges und der deutschen Okkupation hätte er jene besondere Sensibilität für das menschliche Leid nicht entwickelt, die ihn schließlich seine Berufung für das Priesteramt entdecken ließ. Ohne die Erfahrung des Kommunismus, den er ablehnte, "da diese Ideologie den freien Willen des Menschen ignorierte", hätte er auch in mancher theologischen Frage eine andere Position vertreten. Stattdessen entwickelte er eine Theologie, die in jedem Lebensbereich die Freiheit und Würde des Menschen in den Vordergrund stellte.

Dieses Formung durch frühere Stationen seines Lebens gilt aber auch für andere Züge dieses Papstes. Ohne seine Priesterlaufbahn etwa - vom Dorfpfarrer über den Studentenseelsorger und Theologieprofessor bis zu den höchsten Stufen der kirchlichen Hierarchie - hätte er keine Möglichkeit gehabt, sein intellektuelles Potential in dem Maße zu schulen, in dem er es tat. Ohne die jugendlichen Auftritte als Schauspieler und Rezitator und ohne den Fleiß, mit dem er etliche Fremdsprachen lernte, wäre seine Selbstinszenierung vor großen Menschenmassen oder vor den Kameras und Mikrophonen der Medien weniger sicher ausgefallen. Und nicht zuletzt: Ohne die Tatsache, dass die Politik von Anfang an in seine priesterliche Arbeit hineinwirkte, hätte er die vielen politischen Konflikte in der Welt nicht so gut verstanden.

Schon als er seine erste wichtige Aufgabe, die Seelsorge für eine Gruppe Krakauer Studenten, übernahm, verstand er "sehr schnell, dass es eine hochpolitische Aufgabe war", weil die Kommunisten "besonders das akademische Milieu ins Visier" nahmen. Entsprechend rasch lernte er, damit umzugehen, so dass er später, vor allem nach seiner Ernennung zum Kardinal (1967), in Gesprächen mit Vertretern der Staatsmacht in einem Stil auftrat, der ihn für das Regime unangreifbar machte. Er schlug sie mit ihren eigenen Waffen, indem er sich "auf Marx, die polnische Verfassung und gelegentlich sogar auf das Parteiprogramm" berief. Und da er ihnen intellektuell "haushoch überlegen" war, wurde er schnell zu einem gefährlichen Gegner, dessen Wahl zum Papst den damaligen Parteichef Edward Gierek zu dem treffenden Kommentar verleitete: "Ein großes Ereignis für die polnische Nation - und große Schwierigkeiten für uns!"

Daran, dass diese "Schwierigkeiten" sich bald auf den gesamten "Ostblock" ausweiteten und wesentlich zu seinem Zusammenbruch beitrugen, braucht man genauso wenig zu erinnern wie an tragische Konsequenzen - das Attentat von 1981, das der Papst nur knapp überlebte. Auch die wesentlichen Züge seines Pontifikats - seine unzähligen Reisen in alle Regionen der Welt, seinen Dialog mit anderen Religionen und seine Versuche, der eigenen Kirche neue Denkanstöße zu geben - hat man noch deutlich in Erinnerung. Seine Kritiker wiederum haben den autoritären Stil, in dem er die katholische Kirche regierte, seine Ablehnung der Frauenordination, seine Strenge gegenüber anders denkenden Theologen (der Fall Hans Küng) und vor allem seine Unerbittlichkeit in Sachen Sexualmoral nicht vergessen. Letztere zeigte sich bereits 1968, als die Endfassung der Enzyklika "Humanae Vitae" entstand, die ein deutliches Nein zur künstlichen Empfängnisverhütung enthielt und an deren Formulierung Wojtyla maßgeblich beteiligt war; und sie bestimmte seine Entscheidungen bis zum Schluss.

Es sind Fakten, die man im Großen und Ganzen kennt. Dennoch folgt man gern dem ruhigen, sachlichen Erzählton der beiden Biographen, zumal sie immer wieder neue Details liefern und sich dabei gut ergänzen. Matthias Drobinski, ein Fachmann in Sachen Kirche und Religion, stellt die theologischen Konzepte und die Konflikte hinter den kirchlichen Kulissen dar. Thomas Urban, ein Historiker und langjähriger Polen-Korrespondent, beleuchtet den politischen und gesellschaftlichen Hintergrund. So entsteht ein Bild Johannes Paul II. als Mensch, als Priester, als Kirchenoberhaupt, als Philosoph, als Politiker und nicht zuletzt als Schriftsteller. Als im Frühjahr 2003 das Gedicht "Römisches Triptychon" erschien, sah man in ihm zu Recht eine Art literarisches Testament dieses Papstes, eine Resümee seines früheren, aus Gedichten und Dramen bestehenden Gesamtwerks. Man fand hier die gleichen großen Fragen, Gedanken und Meditationen über die sakrale Schönheit der Natur, über den Tod, über die Bestimmung der Welt und der Menschen, die ihn von Anfang an beschäftigten.

Die von den beiden Autoren zusammengetragenen Fakten setzen sich zu einem facettenreichen, stellenweise kritischen, doch stets mit viel Respekt und Sympathie gezeichneten Porträt zusammen.

MARTA KIJOWSKA

Matthias Drobinski und

Thomas Urban:

"Johannes Paul II.".

Der Papst, der aus

dem Osten kam.

C. H. Beck Verlag, München 2020. 336 S., geb.

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