Die Geschichte lässt sich Zeit, die Welt und die Magie sind komplex, aber durchhalten lohnt sich.
Inhalt:Emory kommt als Heilerin zusammen mit ihrer besten Freundin Romie, einer Träumerin, an das Aldryn College für Mondmagie. Doch bei einem Aufnahmeritual während des ersten Semesters stirbt Romie und in Emory erwachen plötzlich Kräfte, die sonst niemand hat....Meine Meinung:Mich hat an dem Buch als erstes das dunkle Cover mit den verschiedenen Mondphasen, die sich auch auf dem Klappentext wiederfinden, sehr angesprochen. Dann hat mich die Idee mit der Mondmagie fasziniert und ich war sehr gespannt auf die Geschichte.Das Magiesystem, das dieser Geschichte zugrundeliegt, ist sehr komplex. Auch wenn man zunächst das Gefühl hat, dass es total einfach ist, weil sich die Magie danach richtet, in welcher Mondphase man geboren wurde und ob Ebbe oder Flut herrschte. Danach gibt es sich sehr einfach eine magische Ausrichtung, die in den Grundzügen dann auch bei jedem mit denselben Merkmalen gleich ist. Doch im Laufe der Geschichte merkt man, dass es viele Nuancen innerhalb einer Mondmagie gibt, wodurch sich unfassbar viele Möglichkeiten von Fähigkeiten ergeben. Mir hat die Übersicht vorne im Buch trotzdem sehr geholfen, denn oftmals wird zu den Personen ihr Haus und ihr Magietyp genannt, aber nicht näher erläutert, was diese Magie bedeutet.Ich bin am Anfang ganz gut in die Geschichte gestartet. Das Buch beginnt, als Emorys Freundin Romie schon tot ist. Das macht es ein bisschen schwer, die Beziehung zwischen den beiden gut zu verstehen und zu greifen, weil die Eindrücke, die man als Leser bekommt, aus Rückblenden und Erinnerungen von Emory bestehen. Emory war dabei, als Romie starb. An dem Tag starben noch sieben andere Erstsemester, alle hatten an derselben Mutprobe teilgenommen. Emory wird von Schuldgefühlen geplagt, weil sie als Einzige überlebt hat. Ich fand ihre Empfindungen authentisch.Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Emory und Baz erzählt. Baz ist Romies Bruder. Er gehört zum Haus Eklipse und ist damit schon etwas Besonderes, weil es nicht viele Menschen gibt, die während einer Mond- oder Sonnenfinsternis geboren wurden. Er ist eher ein Einzelgänger, da die meisten vor seiner Magie Angst haben und ihn deshalb lieber meiden. Zudem kämpfen Eklipse-Magier mit den Vorurteilen, die ihnen entgegengebracht werden. Ich hatte nie das Gefühl, Baz richtig nahezukommen, aber man bekommt einen guten Eindruck von seinem Wesen.Die Handlung ist ziemlich komplex. Es gibt viele Handlungsstränge, die oftmals dieselben Personen betreffen. An sich fand ich das total authentisch, aber es macht es auch schweriger, allem zu folgen. Emory muss sich mit ihren neuentdeckten Fähigkeiten auseinandersetzen und mit ihren Schuldgefühlen klarkommen. Sie will um jeden Preis herausfinden, was es mit der Mutprobe überhaupt auf sich hatte und kommt so einem dunklen Geheimnis auf die Spur. Die Anzahl der Personen ist auch nicht gerade klein, sodass man sich einiges merken muss.Das Buch teilt sich in fünf Teile und den Epilog. Der Geschichte liegt auch noch eine Legende zugrunde, die vor Beginn eines jeden neuen Teils als Auszug aus einem Buch erzählt wird. Das hat mir sehr gefallen.Den Schrebstil der Autorin fand ich dagegen stellenweise schwierig. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich das Gefühl hatte, die Grundidee zu verstehen. Zu Beginn hat man das Gefühl, dass einem als Leser sehr viel Wissen fehlt, das aber irgendwie vorausgesetzt zu werden scheint. Viele Passagen sind zudem sehr ausschweifend, wodurch sich mit Mittelteil Längen ergeben, die ich als anstrengend empfand, weil sich auch viele Gedanken der Protagonisten einfach immer und immer wieder wiederholt haben. Das Buch kommt damit auch auf über 600 Seiten, die dann eben nicht so einfach an einem vorbeifliegen. Hier merkt man die vergleichsweise hohe Seitenzahl, die an der einen oder anderen Stelle durch Kürzungen oder Streichungen von Längen hätte verringert werden können.Ich kann verstehen, dass einige das Buch als zu langatmig und anstregend empfunden haben. Mir hat es gefallen. Man war gezwungen, sehr genau aufzupassen. Ich bin auf jeden Fall neugierig auf Band 2 und werde diesen definitiv lesen.