Häuser spielen in Bilderbüchern nur selten eine tragende Rolle (nicht, das es sie gar nicht gibt) und so ist dieses Bilderbuch aus dem Verlag "Kleine Gestalten" etwas Besonderes.
Für mich hatte es ganz leise Janosch/Panama-Vibes, aber dazu später.
Erst einmal lernen wir hier ein kleines Haus kennen, das mit der Großstadt um sich herum ziemlich unglücklich ist.Es will weg aus Gestank + Lärm und animiert "Kollegen" mit zu gehen.
Will heißen, 8 Häuser und ein Hausboot suchen das Weite bzw.eine neue Bestimmung und tatsächlich werden sie auch alle fündig!
Wir folgen ihnen auf ihrem Weg, der sie zu diversen Tieren bringt, die nun in ihnen wohnen: das Haus mit Eisdiele in der Antarktis ;-), das Schloss beim Gorilla-Boss im Urwald, das hohe Haus in Afrika für die Giraffe und so weiter, bis alle ihre Bestimmung/Glück gefunden haben.
Nur das kleine Haus vom Beginn ist irgendwie nicht zufrieden: es kehrt in die Stadt zurück, wo es als Gemeinschaftshaus im Park und neu verputzt dann den Stadtmenschen eine schöne "location" bietet = Ende gut, alles gut.
Pauline Pete nutzt Collagen, digitale Zeichnungen und analoge Mischtechniken aus Tusche, Aquarell, Bleistift, Farbstift und Gouache und entwirft bunte Welten von den Stadtansichten aus der Vogelperspektive der vorderen Vorsatzblätter bis hinten zur bunt leuchtenden Stadt in der Nacht.
Jede Doppelseite hier ist ein kleines Kunstwerk und auf festerem Papier gedruckt auch für kleinere Betrachter nutzbar.
Der gereimte Text dazu ist meist "ruckelfrei" und bietet eine gelungene Geschichte vom Wunsch nach Veränderung und Fernweh, die am Ende zeigt, das manchmal ungeliebte Heimat doch ihre Vorzüge haben kann...Schön!