Technik zum Aufklappen und plötzlich fühlt man sich wie ein kleiner Erfinder im Geheimlabor. Genau dieses Gefühl hat uns Geniales Innenleben von Peter Hinckley aus dem Knesebeck Verlag beschert, ein Sachbuch, das nicht einfach erklärt, sondern aufschraubt.
Schon nach den ersten Seiten lagen wir bäuchlings auf dem Teppich, das Buch zwischen uns wie ein geheimer Bauplan. Onkel, guck mal, da sind ja Zahnräder im Toaster! und zack, war das Frühstück Nebensache. Diese Querschnittsillustrationen von Olga Zakharova sind so detailliert, dass man fast das Brummen der Mikrowelle hört. Während ich noch versuche, halbwegs schlau zu nicken, erklärt er mir mit ernster Miene, warum der Kühlschrank eigentlich Wärme nach draußen schiebt. Buddyread-Moment deluxe.
Besonders gefeiert haben wir den Zauberwürfel. Seite aufgeschlagen, Köpfe zusammengesteckt. Das ist ja wie ein Geheimkern! und plötzlich reden wir über Mechanik, Reibung und warum Technik eigentlich Magie mit Plan ist. Genau da spielt das Buch seine Stärke aus: Es nimmt Alltagsdinge, die man sonst achtlos benutzt, und zeigt, wie viel Tüftelei darin steckt. Kein trockenes Schulbuch-Gefühl, sondern Staunen mit Aha-Effekt.
Klar, manche Texte sind etwas kompakter, da musste ich ab und zu bremsen und wir haben Abschnitte gemeinsam entwirrt. Aber genau das machte unseren Buddyread so gut. Fragen, Lachen, nochmal zurückblättern. Und zwischendurch dieses ehrliche Krass, das wusste ich nicht!
Unterm Strich ein Sachbuch, das neugierig macht, ohne belehrend zu sein. Es weckt diesen inneren Forscherdrang bei ihm sowieso, bei mir überraschenderweise auch wieder. Und ganz ehrlich: Seitdem sehe ich unseren Toaster mit ganz anderen Augen.