Nach Mattias

Roman. Originaltitel: Na Mattias.
Buch (gebunden)
Kundenbewertung: review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.1
Was von uns bleibt, wenn wir nicht mehr da sind.

Eine neue, aufrüttelnde Stimme aus den Niederlanden, ein Roman, der mitten ins Herz zielt.
Dieser Artikel ist auch verfügbar als:
Buch (gebunden)

22,00 *

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
  • Bewerten
  • Empfehlen
Nach Mattias als Buch (gebunden)

Produktdetails

Titel: Nach Mattias
Autor/en: Peter Zantingh

ISBN: 3257071299
EAN: 9783257071290
Roman.
Originaltitel: Na Mattias.
Übersetzt von Hanni Ehlers
Diogenes Verlag AG

26. Februar 2020 - gebunden - 240 Seiten

Beschreibung

Amber singt an einem Konzert gegen ihren Schmerz an; Quentin läuft Kilometer um Kilometer, um der Trauer zu entkommen, und Kristianne möchte die wahre Geschichte ihres Sohnes erzählen. Diese Leben und das von fünf weiteren Menschen überkreuzen sich durch Mattias' plötzlichen Tod auf schicksalhafte Weise. Wie Puzzlesteine fügen sich ihre Geschichten zu einem Abbild von Mattias und werden trotz aller Trauer zu Zeugen seiner Begeisterungsfähigkeit und seines unbeugsamen Mutes, sich dem Leben jeden Tag vorbehaltslos hinzugeben.


Portrait

>Een uur en achttien minuten< war für diverse Literaturpreise nominiert. Peter Zantingh lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Utrecht.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 20.05.2020

Schmerz ist eine Schlange
Peter Zantinghs Roman "Nach Mattias"

Mattias ist weg, von einem auf den anderen Tag. Was bleibt, sind die Trauer und ein Fahrrad, das eine Woche danach geliefert wird. Wie ist es, wenn jemand plötzlich verschwindet? Wie verändert sich die Trauer? Und wie ist das passiert? Peter Zantingh lässt in seinem Roman "Nach Mattias" acht Menschen erzählen. Manche waren Mattias nah wie seine Freundin Amber oder seine Mutter, andere kannten ihn nur flüchtig.

Wer war Mattias? Diese Frage steht vermeintlich im Vordergrund. Amber sagt: "Mit Mattias war es, als könnten Tage und Stunden ausgedehnt werden, so dass immer noch etwas anderes hineinpasste." Zantingh webt die Informationen über Mattias so unmerklich und geschickt ein, dass sie manchmal in den Erzählungen der acht Protagonisten unterzugehen scheinen. Mattias liebte Musik, hatte genau im Kopf, wann in einem Lied seine Lieblingsstelle kam, spielte "Football Manager", konnte aber auch zynisch sein, schenkte seinem Gegenüber die volle Aufmerksamkeit. Beiläufig werden von den Protagonisten auch essentielle Lebensfragen gestellt: Wie wichtig sind Freunde? Was zählt im Leben? Was bedeuten Familie und Einsamkeit? Die Unklarheit darüber, was dem Roman wichtig ist, lässt den Leser niemals gedanklich rasten.

Dass Mattias tot ist, wird in dem Roman niemals klar gesagt, immer heißt es nur "nach Mattias". Der Schmerz über den Verlust "lehnt dunkel und geduldig an der Wand, streckt sich in voller Länge über den Asphalt aus oder zeichnet hinter dem Rücken eine Silhouette einer graziös drohenden Schlange auf den zu lange nicht gemähten Rasen", heißt es im einmal aus der Perspektive von Amber. Solche Umschreibungen verwundern, weil die Sprache dieses Buches sonst so kurz ist, so präzise und elliptisch - stilistisch wie inhaltlich.

Dagegen macht die Figurenzeichnung den Roman lesenswert, nicht nur die der Protagonisten, die Mattias nahestanden, sondern vor allem jener Personen, die ihn nur entfernt kannten. Gerade durch sie setzen sich nach und nach die Teile der Geschichte zusammen. Und dabei geht es längst nicht mehr nur um Trauer. Am Beispiel des blinden Chris, dessen Alltag geschildert wird, lässt sich fragen: Wie gestaltet sich unter diesen Umständen ein normales Familienleben? Wie ist es, wenn die Tochter langsam begreift, dass der Vater gar nichts sieht, dass sie am Strand Dinge sammelt, eine Sandburg baut, dass er das nur erfühlen kann? Zantingh lässt seine Leser in verschiedene Geschichten gleichzeitig blicken, doch sie müssen dabei immer wachsam bleiben, um nicht den nächsten Hinweis darauf zu verpassen, was mit Mattias passiert ist.

Denn da ist auch Nathan, ein Alkoholiker, der ein Strandhaus vermietet. Was hat er mit Mattias zu tun? Oder Issam, der den Verschwundenen nur aus der virtuellen "Football Manager"-Welt kennt, sich mit ihm jedoch verbunden fühlt, seitdem sein Computer aus einem Hotelzimmer gestohlen wurde und die mühselig aufgebaute Fußballmannschaft auf einmal weg war. Per Internet standen die beiden in Kontakt. Es ist ein in jeder Hinsicht von Zantingh perfekt gewebtes Netz, in dem der Roman agiert.

STEFANIE SIPPEL.

Peter Zantingh: "Nach Mattias". Roman.

Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers. Diogenes Verlag, Zürich 2020. 240 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Stefan G.
von Stefan G. - Hugendubel Buchhandlung Frankfurt am Main Steinweg - 16.07.2020
Der lebenshungrige Mattias ist tot - urplötzlich. Peter Zantingh beschreibt, was dieser Schicksalsschlag im Umfeld von Mattias auslöst. Dennoch ist dies nicht nur ein Buch über die Trauer und den Verlust, sondern eben auch ein gut komponierter Roman über einen jungen Mann voller Hoffnungen und Träume.
Bewertungen unserer Kunden
Melancholischer Roman über den Tod und wie man den Mut wiederfindet
von duchess.of.marvellous.books - 16.06.2020
Der Roman "Nach Mattias" von Peter Zantingh, aus dem Diogenes Verlag ist realistisch, ehrlich und voller tiefsinniger Augenblicke. Durch die Thematik von Tod und Trauer ist die Geschichte sehr berührend und regt zum Nachdenken an. Klappentext: Amber singt bei einem Konzert gegen ihren Schmerz an; Quentin läuft Kilometer um Kilometer, um der Erinnerung zu entkommen, und Kristianne möchte die wahre Geschichte ihres Sohnes erzählen. Diese Leben und das von fünf weiteren Menschen überkreuzen sich durch Mattias¿ unerwartetes Verschwinden auf schicksalhafte Weise. Wie Puzzlesteine fügen sich ihre Geschichten zu einem Abbild von Mattias und werden trotz aller Trauer zu Zeugen seiner Begeisterungsfähigkeit und seines unbeugsamen Mutes, sich dem Leben jeden Tag vorbehaltlos hinzugeben. Meinung: Der Autor porträtiert einfühlsam wie unterschiedlich 8 Menschen aus Mattias Umfeld mit der Trauer umgehen und schildert ihre unterschiedlichen Wege der Trauerbewältigung. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, authentisch und vielschichtig. Ihre Schicksale und Lebensgeschichten sind verschieden und es ist spannend zu sehen, wie jeder anders auf die Ereignisse blickt. Dabei lernt der Lesende auch immer mehr über Matthias und sein Leben. "Trauer ist wie ein Schatten. Der richtet sich nach dem Stand der Sonne, fällt morgens anders als abends." Der Schreibstil ist sehr direkt und unverblümt, gepaart mit kurzen und prägnanten Sätzen. Der trockene, fast schon schwarze Humor lockert alles auf. Dieses Buch hat viele Extras zu bieten wie eine Playlist am Ende des Buches, mit Liedern, die den Autor während des Schreibens begleitet haben und die auch eine Rolle in den Leben der Figuren spielen. Wunderbar ist auch das Interview mit Peter Zantingh, in dem man erfährt, warum er dieses Buch geschrieben hat? Wie die Figuren entstanden sind und vieles mehr. Dadurch kann man sie noch besser verstehen. Fazit: "Nach Mattias" ist ein berührender, raffinierter, leicht melancholischer Roman über den Tod und wie man den Mut wiederfindet sowie welche Spuren Menschen nach ihrem Tod hinterlassen. Klare Leseempfehlung.
Ein Roman über Trauer, aber kein trauriger Roman
von Petra M. - 25.05.2020
Mattias ist tot. Plötzlich und unerwartet. Auf 230 Seiten nimmt man Teil am Leben von acht Menschen, die durch den Tod von Mattias in irgendeiner Weise betroffen sind. Da ist seine Freundin Amber, die sich völlig traumatisiert in dem gemeinsamen Haus vergräbt und dann langsam einen Weg in das Leben ohne Mattias sucht. Seine Eltern, die ganz unterschiedlich mit ihrer Trauer umgehen und deshalb in eine Krise geraten. Die Großeltern, die den Verlust des Enkels erleben. Der Freund, der gemeinsame berufliche Pläne mit Mattias hatte und jetzt durch Laufen kompensiert¿ Den Menschen in Mattias` Leben werden eigene Kapitel gewidmet, ihre Geschichten dann aber nicht zu einer abgerundeten Romanhandlung verknüpft. Nicht jeder Charakter lässt auf den ersten Blick erkennen, welche Bedeutung er in Mattias` Leben hatte. Insgesamt entsteht auf diese Weise trotzdem ein abgerundetes Bild von Mattias: sympathisch, lebensfroh, energiegeladen, spontan und experimentierfreudig. Voller Pläne und Ideen, einerseits liebenswert, aber auch anstrengend. Das positive Bild bekommt leichte Risse. Man erfährt, dass Musik eine große Rolle in seinem Leben spielte. Und wie schwierig es war, mit ihm zusammenzuleben. Erst spät erfährt man, was mit ihm passiert ist. Die Auflösung passt perfekt zu seinem Charakter, spielt aber eigentlich auch keine wirkliche Rolle. Entscheidender ist das Verschwinden selbst. Welche Lücke entsteht im Leben der Hinterbliebenen, wie gehen sie mit ihrem Schmerz um. Und was bleibt, wenn ein Mensch plötzlich nicht mehr da ist. Im Fall von Matthias heißt das, er hat Spuren hinterlassen, die ihm vielleicht selbst gar nicht bewusst waren. Und einige der Hinterbliebenen öffnen sich nach einer Phase der Trauer für neue Herausforderungen, denen sie sich ohne den schmerzlichen Verlust wohl nicht gestellt hätten. Die Grundidee, der Schreibstil und die meisten Charaktere haben mir gut gefallen. Mein besonderes Highlight ist die Playlist am Ende, ein passender Abschluss, den sich jemand wie Mattias sicher ausgesucht hätte. Allerdings hätte ich mir eine stärkere Verknüpfung zu einer geschlossenen Romanhandlung gewünscht. Die Charaktere kreisen zwar in irgendeiner Weise um Mattias, sind aber untereinander teilweise völlig beziehungslos. Deshalb "nur" 4 Sterne.
Sehr berührender Roman, der noch lange nachklingt
von bookloving - 10.05.2020
Mit »Nach Mattias«, dem bereits dritten Roman des niederländischen Autors Peter Zantingh, ist nun endlich auch ein Buch des Autors in deutscher Übersetzung erschienen. Zantingh behandelt in seinem sehr eindringlich geschriebenen Roman nicht nur die bedrückenden Themen Trauer, Verlust und Tod, sondern zeigt auch auf, wie bedeutsam es für Trauernde ist, in schweren Zeiten an eine hoffnungsvolle Zukunft zu glauben, um die Dunkelheit und tiefe Trauer überwinden und schließlich wieder ins Leben zurückfinden zu können. Ein bewegender Roman, der auch dazu anregt, sich mit der schwierigen Frage auseinanderzusetzen, was von jedem Einzelnen in Erinnerung bleibt, wenn er nicht mehr da ist. In der berührenden, vielschichtig angelegten Geschichte dreht sich alles um den etwa 30-jährigen Mattias, der durch tragische Umstände von heute auf morgen aus dem Leben gerissen wird. Sein plötzlicher Tod hat für seine Freundin Amber, seine Familie, aber auch für viele Menschen aus seinem Umfeld eine schmerzliche Lücke hinterlassen. Persönlich werden wir Mattias jedoch nicht kennen lernen, denn der Autor lässt seine bewegende Geschichte aus der Sicht von acht unterschiedlichen Personen erzählen. In jedem Kapitel kommt jemand anderes als Ich-Erzähler zu Wort. Ganz unterschiedlichen Menschen und sehr interessanten Charakteren begegnen wir, darunter einige, die nur kurz Mattias Weg gekreuzt haben, eher zufällig mit seinem Schicksal verknüpft sind und gar keinen unmittelbaren Kontakt zu ihm hatten. Gemeinsam ist aber allen, dass ihr Leben von seinem Tod beeinflusst wird. In den unterschiedlichen Perspektiven erhalten wir von den Hinterbliebenen nicht nur Einblick in ihre ganz persönliche Beziehung zum Verstorbenen, sondern erfahren auch, wie jeder einzelne versucht mit dem schweren Schicksalsschlag fertig zu werden und sein Leben danach zu meistern. Sehr unmittelbar nehmen wir Anteil an einigen intensiven Innenansichten angesichts des schmerzhaften Verlusts und der quälenden Leere, die geblieben ist. Sehr fesselnd ist es, immer mehr Details aus Mattias Leben zu erfahren und darüber zu spekulieren, was ihm Tragisches zugestoßen sein könnte. Aus den vielen Einzelfragmenten setzt sich allmählich ein facettenreiches Gesamtbild seiner Persönlichkeit zusammen, das immer mehr an Schärfe gewinnt. Mattias war ein außergewöhnlicher, sehr charismatischer junger Mann, der voller Begeisterungsfähigkeit, Ideenreichtum und Lebenslust sein Leben in Angriff nahm - ein sehr sympathischer Mensch, auch wenn er nicht frei von einigen Fehlern war. Sehr eindrucksvoll ist Zantinghs einfühlsamer und pointierter Schreibstil. Gekonnt fängt der Autor mit wenigen Worten das Wesentliche ein und lässt mit viel Feingespür eine besonders dichte Atmosphäre entstehen, die in einem nachklingt. Auch um Musik geht es in diesem Roman, denn diese spielte in Mattias Leben eine zentrale Rolle. Passenderweise hat Zantingh daher auch die Songs seiner eigens zum Schreiben erstellten Playliste in die Geschichte mit eingebaut. Geschickt lässt der Autor die verschiedenen, genial miteinander verwobenen Erzählstränge zusammenlaufen und erhöht so die Spannung bis zur erschütternden Auflösung. Erst sehr spät enthüllt Zantingh schließlich die näheren Umstände des tragischen Todes. Zugleich lässt er aber seinen Roman auch sehr versöhnlich und hoffnungsvoll ausklingen. FAZIT Ein unglaublich intensiver, berührender und aufwühlender Roman, der einen noch länger beschäftigt und nachdenklich stimmt! Sehr lesenswert!
Außergewöhnlich
von Langeweile - 28.04.2020
Inhalt übernommen: Amber singt bei einem Konzert gegen ihren Schmerz an; Quentin läuft Kilometer um Kilometer, um der Erinnerung zu entkommen, und Kristianne möchte die wahre Geschichte ihres Sohnes erzählen. Diese Leben und das von fünf weiteren Menschen überkreuzen sich durch Mattias¿ unerwartetes Verschwinden auf schicksalhafte Weise. Wie Puzzlesteine fügen sich ihre Geschichten zu einem Abbild von Mattias und werden trotz aller Trauer zu Zeugen seiner Begeisterungsfähigkeit und seines unbeugsamen Mutes, sich dem Leben jeden Tag vorbehaltlos hinzugeben. Meine Meinung: Als Mattias ganz plötzlich ums Leben kommt, hinterlässt er im Leben verschiedener Menschen eine große Lücke. Allen voran Amber, seine Freundin, ihre Beziehung endete mit einem Streit, der nicht mehr beigelegt werden konnte,diese Tatsache versucht sie zu verstehen und zu verarbeiten. In loser Reihenfolge lässt der Autor verschiedene Menschen zu Wort kommen und ihre Beziehung zu dem Verstorbenen bekannt werden. Er tut dies auf eine leise und völlig unspektakuläre Weise, an die man sich erst gewöhnen muss. Als dies gelungen war, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und es hat mich auch im Nachhinein längere Zeit nicht losgelassen. Fazit: Eine Geschichte über die Liebe, das Leben und was es mit den verschiedenen Menschen macht.
Nicht ganz überzeugend
von Buecherseele79 - 25.04.2020
Mattias ist weg, er kommt nicht wieder, seine Leere hinterlässt Lücken, Trauer, Wut, geplatzte Träume. Doch ist jemand nicht mehr da wenn man sich weiterhin an ihn erinnert? Wenn man gemeinsam oder alleine über ihn nachdenkt? Mattias war eine spontane und unkomplizierte Person und fünf Menschen erinnern sich an ihn, im direkten oder indirekten Sinne. "Meine Trauer war nicht mein Eigen. Sie war die von Bekannten, die unangemeldet vorbeikamen oder Zettel durch den Briefschlitz schoben, wenn ich nicht aufmachte." (Seite 230) Im Ganzen ist es eine sehr schöne Sache und Entscheidung wie der Autor sich an Mattias erinnert. Und ich denke dass jeder, wenn er nicht mehr ist oder verschwunden ist oder dergleichen möchte dass es Menschen gibt die sich an einen erinnern, die die guten und auch die nicht so guten Seiten beleuchten, aber es mit einem guten Bauchgefühl machen. Der Schreibstil ist einfach, leicht verständlich und für mich war es doch immer schwer bei den Personen einen Zugang zu finden, zu verstehen was Mattias mit ihnen denn nun zu tun hatte, oft waren sie oberflächlich und es fehlte mit der Tiefgang. Im Hinterkopf waren auch oft Fragezeichen wie denn nun alles zusammenhängt, was hat diese Person mit Mattias zu tun, wie wurde das Leben von jedem Einzelnen durch ihn beeinflusst? Alle erhalten ihr Kapitel, ausser die Freundin von Mattias, sie erhält zwei, aber gut umgesetzt und für ein Abschluss des Buches auch sehr lobenswert und gut durchdacht. Stückchenweise erfährt man mehr über Mattias, wie er war, wie er "getickt" hat, was ihn antrieb. Aber natürlich bleibt auch die Frage was denn passiert ist, man ist als Leser immer am mit grübeln und überlegt welche Einschnitte in jedem Leben welches in diesem Buch dargestellt wird, durch das Verschwinden von Mattias gegeben hat. Das Ende gibt Aufschluss, das Ende hat mich dann doch sehr bewegt, schockiert und zeigt auf wie schnell gewisse Dinge passieren können, wie schnell gewisse Dinge, die schon länger größer, gehässiger, gefährlicher werden, sich entladen und Lücken, Fragen, Unverständnis und Fassungslosigkeit zurücklassen. Und doch¿ es fehlt der Zusammenhang durch Mattias, bei manchen fand ich die "Begegnung" schon sehr schwammig und nicht unbedingt erwähnenswert. Man muss bis zum Ende aushalten um den ganzen Blick, fast, im Auge zu haben, zu verstehen, Zusammenhänge fügen sich meist komplett zusammen, aber nicht alle. Durch diese Mischung ging mir viel von dem Gefühl welches das Buch auszeichnen soll, verloren, manche waren, wie schon erwähnt, zu oberflächlich und mir fehlte das einfach noch das gewisse Extra. Bewegend ja, aber nicht so ganz überzeugen in seiner Umsetzung.
Eine bewegende Trauergeschichte
von Marie - 22.04.2020
Selbst wenn es keinen Himmel gibt, gibt es keinen besseren Weg, wieder nah beieinander zu sein, als sich im selben Winkel des Todes zu verstecken. In Nach Mattias beschreibt der niederländische Autor Peter Zantingh, wie das Leben von acht Menschen nach dem plötzlichen Tod eines jungen Mannes weitergeht. Teilweise standen diese Menschen ihm nahe (wie seine Freundin und seine Eltern), teilweise kannten sie ihn kaum und die Verbindung besteht lediglich durch ein Computerspiel. Lange weiß der Leser nicht, warum Mattias tot ist, was mit ihm geschehen ist. In den einzelnen Episoden gibt es hier und da Andeutungen, aber konkret wird es erst zum Ende. Spannend dabei finde ich, dass die Umstände von Mattias Tod schon für sich sehr berühren, der Autor diese Umstände aber nicht in den Vordergrund stellt - und wohl daher auch erst zum Ende offenbart werden. Für den Autor stehen die Lebenden im Vordergrund: Wie ergeht es ihnen nach Mattias Tod? Wie kommen sie mit dem Verlust zurecht? Peter Zantingh erzählt in einem Interview, dass Nach Mattias ein Buch ist, in dem alle Aspekte und Konsequenzen behandelt werden, die das plötzliche Verschwinden eines Menschen auf das Leben derjenigen, die zurückbleiben, haben kann. Treffender kann man es nicht sagen, denn genau so liest sich sein Buch auch. Die Trauer liegt beim Einzelnen und während für ihn die Welt zusammenbricht, geht das Leben für alle anderen ganz normal weiter. So wird Mattias Freundin Amber kurz nach seinem Tod von einem Lieferanten begrüßt, der freudig ein neues Fahrrad liefert - ein Fahrrad, das sich Mattias vor wenigen Tagen noch bestellt hatte. Während die Lieferung für Amber ein Schlag ist, klingelt der Lieferant noch fröhlich mit der Fahrradklingel. Seine emotionale Kraft entwickelt Nach Mattias erst, wenn die letzte Episode gelesen ist. Erst dann ergibt sich ein Bild, welche Fußabdrücke Mattias in dem Leben anderer Menschen hinterlassen hat. Peter Zantingh beschreibt dies in kurzen Sätzen und mit leiser Stimme. Einiges steht zwischen den Zeilen, Nach Mattias lädt zum Nachdenken ein. Ein zurückhaltendes, aber dennoch starkes Buch!
von StephanieP - 19.04.2020
Mattias ist ein lebenslustiger Mensch, umso härter trifft sein Tod seine Familie und Freunde. Seine Mutter, seine Partnerin Amber und sein bester Freund müssen lernen mit dem Verlust weiterzuleben. Aber auch mehrere andere Menschen, deren Wege sich aufgrund von Mattias Tod treffen, finden Platz in dem Roman. Peter Zantingh beschreibt in seinem Roman sehr einfühlsam, wie der Tod eines Menschen sein gesamtes Umfeld beeinflusst. Dabei geht er nicht nur auf die nächsten Angehörigen sondern auch jene Menschen ein, die den toten eher flüchtig kannten. Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, da es in meiner Familie und dem Umfeld in den letzten Jahren auch einige Todesfälle gab. Gerade deshalb war ich etwas enttäuscht, dass mich Peter Zantinghs Roman nicht wirklich ergreifen oder berühren konnte. Trotz des flüssigen und einfühlsamen Schreibstils ging mir die Handlung nicht nah und ich hatte bis zum Ende eine gewisse Distanz zur Handlung. Der Autor hat die Auswirkung des Todesfalls auf das Umfeld raffiniert geschildert und geht darauf ein, wie das Leben dennoch weitergeht aber anders. FAZIT: "Nach Mattias" ist ein einfühlsam geschilderter Roman, dessen Umsetzung mich persönlich leider nicht ganz ergreifen und berühren konnte. Daher vergebe ich 3 Sterne!
Geschickt erzählt - eine Entdeckung!
von Anonym - 16.04.2020
Vielleicht löst der Tod tiefe Trauer aus. Vielleicht nur ein kurzes Innehalten. Beim Arzt zum Beispiel, der vergeblich auf den Patienten wartet. Mit dem Wegradieren des Namens aus dem Terminbuch hätte der Tod dann nur, aber immerhin, eine Geste bewirkt. Jeder Tod macht das. Etwas auslösen, im Leben der anderen. In jedem Fall ist es mutig, auf dem Lebensweg weiterzugehen, wenn ein geliebter Mensch fehlt. Diesen Mut beschreibt Peter Zantigh und gibt diese Charsktereigenschaft jeder seiner Figuren mit. Peter Zantigh lässt sie in nach Mattias weiterleben: die Freundin, den besten Freund, Großeltern, Menschen, die ihn kaum kannten und flicht deren Geschichten ineinander, so dass sich am Ende alles zusammenfügt: Das Bild von Mattias Beziehungen und das der Umstände seines Todes. Zu Beginn eines jeden Kapitels ost oft nicht sofort klar, in welcher Beziehung die Figur zu Mattias stand. Wenn es sich einem dann erschlossen hat, ist man überrascht, erschüttert, beeindruckt. Beeindruckend ist vor allem die geschickte Erzählweise des Autors. Seine Sprache wirkt verknappt, sachlich und reduziert auf das Wesentliche. Diese äußere Form korrespondiert auch mit dem Inhalt. Der Autor, kommt zum Punkt. Am Ende möchte man ihm gerne unterstellen, einige Personen im Leben von Mattias vergessen zu haben. Das Ende kommt zu schnell.
Das Leben geht weiter. Aber anders.
von Leserattenmama - 07.04.2020
Amber. Quentin. Riet und Hendrik. Nathan. Issam. Kristiane. Chris. Tirra. Das Leben dieser neun Personen wird durch den plötzlichen Tod eines jungen Mannes, Mattias, beeinflusst - bei manchen stark, bei anderen weniger. Jeder befindet sich in einer völlig anderen Lebenssituation, aber kann die Zeit dennoch in ein "vor Mattias" und "nach Mattias" unterteilen. In meiner Neugierde nach der Todesursache -Unfall? Krankheit? Selbstmord?- habe ich das Buch regelrecht verschlungen, was im Nachhinein schade ist... die vergleichsweise wenigen Worte -das Buch umfasst gut 200 Seiten- sind sehr bewusst gewählt. Aus den verschiedenen Perspektiven der genannten Personen erfährt man Kapitel für Kapitel mehr über Mattias; sieht unterschiedliche Formen der Trauerbewältigung und puzzelt das Bild von Mattias und seinem Tod zusammen. So ergeben die absolut unterschiedlichen, sehr genau gezeichneten Charaktere Sinn und lassen nachdenken- eine klare Leseempfehlung meinerseits!
Was bleibt am Ende
von Ecinev - 04.04.2020
Ein berührendes Buch über Verlust eines geliebten Menschen und Trauer von Peter Zantingh wird hier vorgelegt. Mattias ist tot, soviel erfährt man schon zu Beginn, um das Wie und Warum geht es zunächst nicht. In einzelnen Kapiteln kommen Menschen zu Wort die Mattias kannten und einen kleinen Abschnitt in seinem Leben begleitet haben. Seine Freundin, sein bester Freund, seine Großeltern, seine Mutter und andere Bekannte. Erst am Schluß erfährt man was passiert ist. Der Schreibstil ist eher ruhig und einfühlsam. Manche Stellen sind humorvoll, andere dagegen sehr traurig. Es werden viele brandaktuelle Themen angesprochen ohne bewertend zu sein. Es zeigt auch wie die Menschen mit der Trauer umgehen. Ein Buch das mich sehr berührt hat.
Ein Puzzle
von SalMar - 03.04.2020
Von einem Tag auf den anderen ist Mattias, ein junger Mann, nicht mehr da. Aus Sicht verschiedener Menschen um ihn herum erfährt der Leser, wer Mattias war und welchen Einfluss er auf seine Mitmenschen hatte. Als Leser wird man unmittelbar in die Geschichte hineingeworfen: Es gibt keine Einleitung, sondern man ist sofort im Hier und Jetzt bzw. nach Mattias . Es gibt auch ein vor Mattias , so als ob es sich bei ihm um eine Art Ereignis handelte. Mir hat es sehr gefallen, so zwischen den Zeilen lesen und das Puzzle für mich selbst zusammensetzen zu müssen. Der doch eher plötzliche Wechsel der Perspektive von Kapitel zu Kapitel war ungewohnt, aber hat das Lesen für mich eher spannend und interessant gemacht. Geschrieben ist das Buch recht nüchtern und schnörkellos, was aber sehr gut passt, angesichts dessen, dass viele der Protagonisten um Mattias trauern. An einigen Stellen fließt eine Spur trockener Humor mit ein, was mich - trotz des traurigen Hintergrunds - immer wieder zum Lachen gebracht hat. Einzig der Schluss hat mich nicht komplett zufriedengestellt. Ich hatte mir die ganze Zeit wohl etwas ganz anderes vorgestellt und war dementsprechend am Ende etwas unschlüssig, ob ich diese Entwicklung tatsächlich gut finde. Trotzdem von mir eine klare Leseempfehlung!
Kaleidoskop verschiedener Eindrücke
von Readaholic - 01.04.2020
Mattias lebt nicht mehr, das ist von Anfang an klar. Was allerdings mit ihm passiert ist, erfährt der Leser zunächst nicht. Mattias stand mitten im Leben, er hatte viele Träume und Pläne. Starb er bei einem Unfall oder war es womöglich doch Selbstmord, weil ihm alles über den Kopf gewachsen war? Die Antwort auf diese Frage lässt lange auf sich warten. Im Buch kommen acht Personen zu Wort, die Mattias alle auf die eine oder andere Weise kannten. Da ist zunächst seine Freundin Amber, der es schwer fällt, ohne Mattias weiterzumachen. Sie macht sich Vorwürfe, weil sie Mattias¿ Plänen oft mit Skepsis begegnete. Die Mutter empfindet die Worte bei Mattias¿ Beerdigung als unpassend, selbst würde sie ihn ganz anders beschreiben. Die Großeltern sind ebenfalls in ihren Grundfesten erschüttert. Ein Glück, dass sie vor nicht allzu langer Zeit noch einmal mit der ganzen Familie einen runden Geburtstag feierten! Doch es kommen auch Personen zu Wort, die Mattias nur ganz flüchtig kannten. Jede Person steuert ein Stück zu einem Puzzle bei, durch das wir die Person Mattias besser kennenlernen. Die Kapitel sind kurz, doch sie drücken das Wesentliche aus. In einem Interview im Anhang des Buchs erfährt man, dass es dem Autor ein Anliegen war, "mit wenigen Worten möglichst effektiv zu sein". Das ist ihm hervorragend gelungen. Es wäre schön, wenn es mehr Autoren gäbe, die dieses Credo beherzigen. Mir hat "Nach Mattias" sehr gut gefallen und ich denke auch Tage nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe, noch darüber nach.
Anders als erwartet - aber gut!
von Daniela Hohenwarter - 30.03.2020
Ich war mir nach der Leseprobe sicher, na ja, eigentlich war ich mir schon nach den ersten Zeilen oder zumindest Seiten sicher: Dieses Buch ist ein Schätzchen. Die Sprache des Autors hat mich sofort in den Bann gezogen - die Sätze sind nicht immer vollständig, nicht immer grammatikalisch korrekt, aber so nahe am Leben. Die Inhaltsangabe schickt voraus, das Leben von Menschen auszuleuchten, die einen geliebten Menschen, Mattias, verloren haben. Ich habe mich darauf gefreut, sie auf ihrem Weg zu begleiten, gehofft, daraus vielleicht auch etwas für mich in ähnlichich Situationen mitnehmen zu können. Dann kam die Enttäuschung: Statt genauer auf die Charaktere einzugehen, die in engerem Kontakt zu Mattias gewesen waren, beleuchtet der Autor bruchstückhaft das Sein ganz vieler verschiedener Figuren. Auch interessant, aber leider ließ das für mich an Tiefe fehlen. Vier Punkte gibt es von mir dennoch, da sich zum Ende hin die Fragmente wunderbar zusammenfügen und so in meinen Augen das Buch doch noch sehr lesenswert machen.
zwiegespalten
von Marita Robker-Rahe - 29.03.2020
Mattias ist tot. Was ist mit ihm passiert ? Bei der Antwort muss sich der Leser gedulden, denn er erfährt es erst so ziemlich am Ende des Buches, was es mir etwas schwierig gemacht hat dem Buch zu folgen.Also steht eigentlich nicht der Tad von Mattias im Fokus, sondern eher die Menschen , die hier zu Wort kommen, nämlich die Freundin, die Eltern und noch 6 andere Personen , die in irgendeiner Weise mit Mattias in Verbindung standen. Es ist also eigentlich ein Buch über Lebende. An sich eine gute Idee, denn was passiert mit diesen Menschen, wenn plötzlich, von heute auf morgen ein wichtiger Mensch nicht mehr da ist. In wechselnden Kapiteln erlebt der Leser, was das Verschwinden von Mattias mit ihnen macht und wie sie mit der Situation umgehen. Ich persönlich muss sagen, dass ich vielen Personen einfach nicht nahe kommen konnte, auch weil der Schreibstil des Autors sehr sachlich, prägnant uns schnörkellos ist. Ist er so, weil man eher zu Anfang in einer Blase lebt, die nichts von außen eindringen lässt, oder ist er so, weil der Tod nun mal zum Leben dazugehört und das Leben einfach weitergeht ? Mir hat es das Ganze etwas schwer gemacht, ein emotionalerer Schreibstil hätte mir glaube ich etwas geholfen , besser in dieses Buch einzutauchen, mich den Personen näher zu fühlen. So bleibt es für mich ein Buch, das sicherlich Eindruck bei mir gemacht hat, weil es mit einer Wucht geschrieben ist, die erst am Ende offenbart, was alle Geschichten miteinander verbindet und was sich für alle hier Erzählenden durch Matthias Tod verändet hat. Doch es ist kein Buch, was mich dazu animieren würde es noch einmal zu lesn, weil es mich dafür zu wenig berührt hat.
Eindrucksvoll und aussagekräftig
von Marianna T. - 28.03.2020
Das Mattias nicht mehr lebt, ist ein großer Verlust für die Angehörigen. In acht Geschichten, geht es außer den Angehörigen, um Menschen die direkt oder indirekt von ihm berührt wurden. Durch ihre Geschichten entsteht ein Bild von Mattias. In einzelnen Kapiteln werden die unterschiedlichsten Geschichten erzählt und es ist spannend auf welche Weisen diese untereinander und zu Mattias Bezug nehmen. Einzelne Kapitel scheinen zuerst nur für sich zu stehen, bei diesen gelingt es erst zum Ende des Buches eine Verbindung zu Mattias herzustellen. Das Ende hat es dann nochmal in sich, verbindet die Geschichten zu einem großen Ganzen und eröffnet eine unerwartete und bedeutsame Thematik. Sind schon die einzelnen Geschichten für sich voller Gefühl und Bedeutung, so ist es das große Ganze umso mehr. Bewundernswert ist, wie es der niederländische Autor schafft so unterschiedliche Menschen mit ihren berührenden Schicksalen unter einen Hut zu bringen , ja sogar Verbindungen herzustellen. Das ist schließlich auch das Tröstliche an der Erzählung. Es geht um Trauer, aber vor allem Zuversicht. Es wird klar, das uns Menschen mehr verbindet als trennt und das sich innerhalb gesellschaftlicher Dynamiken Schicksale verändern. Sehr gelungen ist auch die Sprache und der Aufbau des Buches. Die kurzen Kapitel befördern den Lesefluss und den Spannungbogen. Der Text ist einerseits nüchtern und klar, jedes Wort hat seine Berechtigung. Andererseits ist die Sprache spielerisch, voller Ausdruck, besonders die anregenden Sprachbilder. Dies ist ein wahnsinnig anregender Roman, mit einer schwerwiegenden Thematik. Sprachlich und inhaltlich eine Wucht.
Tiefe Emotionen - dieses Buch hat mich gequält!
von Sarahliest - 27.03.2020
Nach Mattias erzählt die Geschichte von der Lücke, die ein Mensch im Leben der Angehörigen und Freunde hinterlässt, wenn er stirbt. Es wird aus der Sicht von mehreren Personen erzählt wie ihr Leben jetzt abläuft, nach Mattias. Dieses Buch zu lesen war sehr emotional. Es erzählt von verpassten Chancen, von Bündnissen, die noch nicht beendet waren und vom schmerzlichsten Verlust von allen. Der Schreibstil von Peter Zantingh hat die drückende Stimmung des Buches hervorragend unterstrichen und einige Längen in die Geschichte haben den Leser mitfühlen lassen, was die Charaktere der Geschichte fühlen. Dieses Buch hat mich gequält und genau deshalb hat der Autor wirklich gute Arbeit geleistet. Wer zu dieser Lektüre greift, sollte sich wappnen, denn hier handelt es sich nicht um eine seichte Geschichte. Hier werden tiefe Emotionen und die Verzweiflung, die der frühe Tod eines geliebten Menschen mit sich bringen, zu Papier gebracht und von dort direkt in die Köpfe der Leser.
Komplexes & musikalisches Lebenspuzzle
von bobbi - 26.03.2020
Trauer ist wie ein Schatten. Der richtet sich nach dem Stand der Sonne, fällt morgens anders als abends. Mattias - ein junger Mann in den Dreißigern - ist gestorben und von einem auf den anderen Tag nicht mehr da. Er hinterlässt mit seiner lebensbejahenden und teils chaotischen Art eine Lücke bei den Hinterbliebenen. Der Autor Peter Zantingh lässt in acht Leben von Zurückgebliebenen tief blicken - Momente voller Verzweiflung, Einsamkeit und Traurigkeit. Und nach und nach ergibt sich aus dem Puzzle ein Bild von Mattias und was mit ihm passiert ist. Auch wenn der Leser nicht auf Anhieb die Beziehung und Berührungspunkte des jeweiligen Hinterbliebenen einordnen kann, beklemmt jede dieser Geschichten auf ihre eigene Art mit der Komplexität des Schicksals. Jeder der Charakter hat mit Widrigkeiten zu kämpfen. Alkoholsucht, Gewalt in der Familie, Krankheit. Entstanden ist kein reines Buch über Trauer und deren Bewältigung, sondern auch über Zufälle und wie jeder sein Leben neu ordnen und bewerten muss. Durch den Tod von Mattias wurden die Menschen mit existenziellen Fragen konfrontiert: Was bleibt, wenn mein Leben heute zu Ende wäre? Der Autor sagt zwar im Anhang, dass es auch ein hoffnungsvolles Buch ist, von dem Mut positiv zu bleiben - diese Auflösung hat mir aber etwas im Kontext gefehlt, da es insgesamt ein recht trauriges Buch bleibt. Auch fand ich die Zusammenhänge der Personen zu Mattias manchmal zu diffus und undurchsichtig. Die Person Mattias hat sich mir nicht richtig erschlossen. Schön fand ich die zentrale Rolle von Musik im Roman, inklusive einer Playlist von Mattias Lieblingssongs (guter Geschmack!), den er mit den Menschen gehört hat. Erinnerungen fließen in die Lieder und Lyrics und werden somit für immer konserviert. Das bleibt. Insgesamt ein gutes Buch - Der Sprung von Simone Lappert hat mir aber in dieser Erzählstruktur und -variante etwas besser gefallen!
Nicht nur traurig, sondern auch zuversichtlich
von adel69 - 24.03.2020
Worum geht es in dem Buch? Es geht um Mattias - die Zeit, als er noch lebte, und die Zeit nach seinem Tod. Menschen, die viel, wenig oder gar nicht mit ihm zu tun hatten, werden beleuchtet. Sie erzählen aus der Ich-Perspektive - über manche wird aber auch aus der auktorialen Erzählperspektive berichtet. Da gibt es Amber, Mattias` Freundin, die seit seinem Tod nur noch funktioniert. Die Großeltern Riet und Hendrik, die alt und gebrechlich sind und viel mit sich selbst zu tun haben, werden dem Leser vorgestellt. Der Tod ihres Enkels Mattias beschäftigt aber auch sie. Der Leser erfährt von Nathan, einem Alkoholiker, der an einem Verkaufscoaching teilnimmt. Ein Kapitel widmet der Autor Kristianna. Sie ist Mattias` Mutter, die immer noch versucht, den Tod ihres Sohnes zu begreifen. Noch weitere Personen werden in diesem Buch vorgestellt. Meine Meinung zu diesem Buch: Ich wollte dieses Buch lesen, denn ich fand die Thematik interessant. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Stil des Romans gefällt mir, manche Sätze finde ich literarisch besonders gelungen. Von der Handlung her ist "Nach Mattias" kein Buch, in dem nur Traurigkeit an vorderster Stelle steht - es ist ein Buch, das auch Zuversicht gibt und zum Nachdenken anregt. Es zeigt viele Leute, die versuchen, mit ihrer Trauer umzugehen und weiterzumachen. Die verschiedenen Charaktere fand ich faszinierend. Als Leserin mochte ich manche Charaktere mehr, manche weniger. Nathan war mir beispielsweise unsympathisch - und ich wusste lange Zeit nicht, warum ihm in dem Buch ein Kapitel gewidmet wurde. Gegen Schluss jedoch konnte ich es herausfinden. Amber mochte ich anfangs auch nicht sehr - aber sie entwickelt sich, und am Ende fand ich sie bewundernswert. Die Großeltern fand ich sehr sympathisch - und auch Mattias` Kristianna. Sie sind beide für mich gut und nachvollziehbar geschildert. Auch Mattias mochte ich. Lange Zeit erfährt man als Leser nicht, wie er ums Leben kam. Man weiß nur bald, dass er es nicht freiwillig tat. Er hatte noch so viele Pläne im Leben! Sehr positiv bewerte ich auch, dass es hinten in dem Buch noch ein Interview mit dem Autor gibt. Darin erfährt man, wie er diesen Roman entwickelt hat. Ich vergebe dem Buch "Nach Mattias" alle fünf Sterne und eine Leseempfehlung.
Weniger Tiefgang als erwartet
von LesePartie - 23.03.2020
Der Ansatz des Autors Peter Zantingh, aufzugreifen, wie sich das Fehlen eines Menschen auf das Weiterleben der Anderen auswirkt, macht neugierig. Jedes Kapitel handelt von einer Person, die auf verschiedenartige Weise eine Beziehungen zu Mattias hatte. Den Anfang macht Mattias Lebensgefährtin Amber. Es folgen Familie, enge Freunde ebenso wie flüchtige Kontakte. Jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte und seinen Berührungspunkt mit Mattias. Das Bild, das wir als Leser von Mattias gewinnen, wird aus diesen unterschiedlichen Perspektiven zusammengesetzt sowie auch die Trauer viele Gesichter hat. Die Buchidee hat mich sofort angesprochen, daher wollte ich den Roman unbedingt lesen. Leider konnte er meine Erwartungen nur bedingt erfüllen. Der Roman beginnt vielversprechend. Die ersten beiden Kapitel greifen ineinander, wie beim Staffellauf wird der Stab zwischen Amber und Quentin weitergereicht. Doch mit jedem weiteren Kapitel verliert sich der Zusammenhang. Nathans Kapitel beispielsweise, ist für sich genommen eine intensive, kurze Momentaufnahme seines einsamen Lebens. Gut und eindringlich beschrieben. Allerdings ist Nathan keine Person, die relevant für den Roman ist. Gerade diese Figur ist für mich ein großes Fragezeichen. Ob er nun seine Ferienwohnung vermietet oder nicht, ob Amber nun vor seiner Tür steht oder nicht, hat für mich keinerlei Bezug zum eigentlichen Thema des Romans. Im Gegenteil; das Kapitel unterbricht den roten Faden, welcher sich ohnehin kaum sichtbar durch das Buch zieht. Am eindrucksvollsten gelungen sind meiner Meinung nach die Kapitel über Issam und jenes über Tirra. Am Ende bleibt der Roman hinter meinen Erwartungen zurück. Aus meiner Sicht fehlt das Ineinandergreifen der einzelnen Geschichten. Mir ist Mattias als verbindende Komponente zu wage geblieben. Die Geschichte ebenso wie ihre Charaktere bleiben für mich als Leser zu sehr auf Distanz, sodass ich kaum Zugang zu den Figuren finden konnte. Teils ist der Schreibstil sehr eindringlich, teils jedoch zu sachlich und emotionslos. Dadurch kann sich die Idee des Romans nur bedingt entfalten. Ich hätte mir mehr Verbindungspunkte zwischen den Figuren gewünscht. Jedes Kapitel steht als Einzelkämpfer da ohne eindeutigen Zusammenhang. Aufgrund dessen hat der Roman mich nicht ganz überzeugen können.
Anrührend und gefühlvoll
von lifeistardisblue - 21.03.2020
Von lifeistardisblue Peter Zantinghs Roman erzählt von Einzelschicksalen verschiedener Personen, deren Geschichten durch den Tod eines Mannes namens Mattias verknüpft sind. Der Stil, in dem Zantingh seinen Roman aufbaut überzeugt. Jedes Kapitel gibt einen kurzen Einblick in den Verarbeitungsprozess einer anderen Person. Dabei ist nicht der Tod zentrales Thema, sondern das Leben. Mattias¿ Leben und wie es andere Menschen beeinflusst und geprägt hat. Aber auch Selbstfindung und die Auseinandersetzung mit persönlichen Schwächen spielt eine Rolle. So umschiffen die Kapitel den Auslöser, also Mattias¿ Tod, fast bist zuletzt und geben nicht mehr Raum als notwendig. Besonders eindrucksvoll ist die Wandlungsfähigkeit von Zantinghs Sprache und Stil. Er setzt beides gekonnt ein, um die verschiedenen Charaktere darzustellen. So unterscheiden sich die Kapitel teilweise deutlich in der sprachlichen Gestaltung. Diese lässt die Personen unterschiedlich sympathisch erscheinen und zeigt eben auch deutlich: alle Menschen sind verschieden. Fazit: "Nach Mattias" hat mich überrascht und berührt. Der Roman überzeugt sowohl inhaltlich, als auch sprachlich und wagt sich an Themen abseits der Wohlfühlzone.
Alle Kundenbewertungen anzeigen
Eigene Bewertung schreiben Zur Empfehlungs Rangliste
Servicehotline
089 - 70 80 99 47

Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 20.00 Uhr
Filialhotline
089 - 30 75 75 75

Mo. - Sa. 9.00 - 20.00 Uhr
Sicher & bequem bezahlen:
Bleiben Sie in Kontakt:
Hugendubel App
Zustellung durch:
1 Mängelexemplare sind Bücher mit leichten Beschädigungen, die das Lesen aber nicht einschränken. Mängelexemplare sind durch einen Stempel als solche gekennzeichnet. Die frühere Buchpreisbindung ist aufgehoben. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den gebundenen Preis eines mangelfreien Exemplars.

2 Diese Artikel unterliegen nicht der Preisbindung, die Preisbindung dieser Artikel wurde aufgehoben oder der Preis wurde vom Verlag gesenkt. Die jeweils zutreffende Alternative wird Ihnen auf der Artikelseite dargestellt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

3 Durch Öffenen der Leseprobe willigen Sie ein, dass Daten an den Anbieter der Leseprobe übermittelt werden.

4 Der gebundene Preis dieses Artikels wird nach Ablauf des auf der Artikelseite dargestellten Datums vom Verlag angehoben.

5 Der Preisvergleich bezieht sich auf die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers.

6 Der gebundene Preis dieses Artikels wurde vom Verlag gesenkt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

7 Die Preisbindung dieses Artikels wurde aufgehoben. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

10 Ihr Gutschein BLACK20 gilt vom 23.11.2020 bis einschließlich 30.11.2020. Sie können den Gutschein ausschließlich online einlösen unter www.hugendubel.de. Keine Bestellung zur Abholung in der Buchhandlung möglich. Der Gutschein ist nicht gültig für gesetzlich preisgebundene Artikel (deutschsprachige Bücher und eBooks) sowie für preisgebundene Kalender, Tonieboxen, tolino eReader und tolino select. Der Gutschein ist nicht mit anderen Gutscheinen und Geschenkkarten kombinierbar. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Ein Weiterverkauf und der Handel des Gutscheincodes sind nicht gestattet.

* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.

*** Gilt für Bestellungen auf Hugendubel.de. Von dem verlängerten Rückgaberecht ausgeschlossen sind eBooks, Hörbuch Downloads, tolino select, das Leseglück-Abo, die eKidz.eu Apps sowie phase6 Apps. Das gesetzliche Widerrufsrecht bleibt hiervon unberührt.