Es sind nur wenige Monate vergangen, seitdem die verstoßene Armeekommandantin Yeeran und ihre Schwester die als ausgestorben geltenden Fae gefunden haben und von ihnen gefangen genommen wurden. Monate, in denen sie Intrigen überlebt und Geheimnisse aufgedeckt haben, die die Zukunft aller Völker bedrohen. Also bricht Yeeran auf, um ihr eigenes Volk zu warnen und einen Krieg zu beenden, während ihre Schwester versucht, einen tausend Jahre währenden Fluch zu brechen... Cursebound ist die Fortsetzung der "Battle of the Drumfire"-Trilogie und schließt nahtlos an die Ereignisse des Auftakts "Faebound" an. Für den Leser, der sich nicht mehr an alle Details erinnern kann, gibt es auch einen kurzen Rückblick, bevor die Handlung losgeht. Saara El-Arifi hat einen leichten, flüssigen Schreibstil, sodass man sich schon nach wenigen Seiten wieder gut in die Geschehnisse reinfühlen kann. Allerdings setzen sich auch so einige Punkte, die schon in Teil eins Kritik geerntet haben, auch in diesem Buch fort. So gibt es einige Übersetzungsfehler, die Feenvölker, die nach den verschiedenen Mondphasen benannt sind, werden ständig vertauscht, was zu totaler Verwirrung führt. Außerdem bleibt das Worldbuilding etwas diffus, es gibt nur manchmal ein paar Erklärungen, wenn es für aktuelle Ereignisse relevant ist, sonst eher nicht. Schade, immerhin hat das Buch sogar eine detaillierte, aufwändig gestaltete Weltkarte. Die Geschichte selbst begann im Auftakt der Reihe vielversprechend, fuhr sich dann aber am Königshof der Fae fest, wo es dann sehr viele halbgare Intrigen zu bestaunen gab, sich sonst aber wenig entwickelt hat. Das macht Teil zwei deutlich besser. Die Protagonisten teilen sich auf und jeder hat seinen eigenen kleinen Handlungsstrang, außerdem kommt ein ganz neuer Charakter hinzu. Yeeran bleibt nach wie vor die schwieriger zu verstehende Schwester, die immer und immer wieder eher kurzsichtige Fehlentscheidungen trifft und sich kaum dafür entschuldigt, aber trotzdem weiterhin respektiert wird. Lettle hingegen ist bemüht, ihre Situation etwas sachlicher anzugehen und reitet sich dabei in einige Schwierigkeiten. Nicht zu vergessen ist der Romance-Anteil der Geschichte, der wirklich gut umgesetzt wurde. Es gibt mehr als ein Paar in dieser Geschichte und alle haben ihre Aufmerksamkeit bekommen, ohne dass diese Momente der eigentlichen Handlung den Platz streitig gemacht haben. Wer diese Aspekte der Geschichte nicht so spannend findet, der kann sie auch einfach überblättern, sie sind nicht so besonders präsent. Einige Aspekte der Handlung waren leider etwas vorhersehbar, besonders die Intrigen und Mordkomplotte am Königshof. Andere Enthüllungen hingegen, vor allem gegen Ende, kamen sehr überraschend und lassen auf einen spannenden Abschluss der Reihe hoffen, in dem dann endlich alle Geheimnisse aufgedeckt und die Magie befreit wird.Cursebound ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger, auch wenn dieses Buch ebenfalls einige Schwächen hat und die Autorin nicht alles Potenzial, das ihrer Welt innewohnt, genutzt hat. Man darf nun gespannt sein, ob sie das im Finale der Reihe besser machen wird.