Die Beihefte zu editio erscheinen als Ergänzung zu editio, der internationalen editionswissenschaftlichen Zeitschrift, die in Verbindung mit den entsprechenden Arbeitsgemeinschaften der Germanisten, Philosophen und Musikwissenschaftler herausgegeben wird. Während editio grundsätzliche und übergreifende editionswissenschaftliche Beiträge zu möglichst unterschiedlichen Schwerpunkten bevorzugt, werden in den Beiheften speziellere Fragestellungen aus der konkreten Editionspraxis abgehandelt. Die Beiträge sind jeweils auf ein Thema, das sich in der Regel aus einer Tagung ergeben hat, fokussiert.
Das Münchner Graduiertenkolleg »Textkritik als Grundlage und Methode historischer Wissenschaften« hat Editoren und Texttheoretiker aus den ' klassischen' philologischen Fächern, aus der Geschichts-, Kunst- und Musikwissenschaft sowie der Philosophie zusammengeführt. Die interdisziplinäre Ausrichtung des Kollegs spiegelt sich in den Beiträgen zu diesem Sammelband, der neben texttheoretischen und editionsgeschichtlichen Arbeiten auch kleinere Editionen und Handschriftenstudien enthält. Der Band erscheint aus Anlaß des 65. Geburtstags von Hans Walter Gabler, der von 1996 bis zum Abschluß des Kollegs im Jahre 2002 dessen Sprecher gewesen ist.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt: Martin Baisch, Beaugenscheinung: Der Editor als Melancholiker. - Stephan Kammer, Textur. Zum Status literarischer Handschriften. - Jö rn Henrich, Modelle diachroner Wissenschaftstheorie und ihre editorischen Entsprechungen. - Alexandra Braun-Rau, 'Corruption somewhere is certain. . .' Zur Problematik des Varianten- und Fehlerbegriffs bei Shakespeares 'King Lear'. - Dietmar Pravida, Bentleys 'Paradise Lost' und Lachmanns 'Der Nibelungen Not'. - Matthias Janssen, 'Ueber Collegien und Collegienhefte.' Anmerkungen zur Textsorte Vorlesungsmitschrift. - Marco Cipriani, Textkritische Bemerkungen zu zwei Fragmenten von Caecilius Statius im Terenz-Kommentar des Donat (34--35; 58--59 G.). - Kai Hilchenbach, 'Suspicabar enim, quod aliquid ioculariter loqueretur.' Witz und Humor bei Gregor von Tours? - Benedikt Konrad Vollmann, Edition von Texten mit hoher Ü berlieferungsdichte: Thomas' von Cantimpré 'De naturis rerum' ('Thomas III') als Musterfall. - Thorsten Burkard/Oliver Huck, Die Edition von mittelalterlicher Fachprosa als interdisziplinä re Aufgabe. Probleme der Autorschaft, Datierung und Methodik am Beispiel eines Traktats aus dem 14. Jahrhundert (CML cl. 12 nr. 97). - Norbert H. Ott, Nonverbale Kommentare. Zur Kommentarfunktion von Illustrationen in mittelalterlichen Handschriften. - Volker Zapf, 'Diß liet stet alleyn oder mangelt noch eins.' Beobachtungen zur Alment-Ü berlieferung und editorische Konsequenzen. - Carmen Cardelle de Hartmann, Die Roswitha-Edition des Humanisten Conrad Celtis. - Elke Senne, Ü berlieferung als Rezeption: Elisabeth von Schö nau in der Wolhusener Handschrift. - Petra Schierl, Kanonbildung und fragmentarische Ü berlieferung. Eine Bewertung von Ben Jonsons Erwä hnung zweier rö mischer Tragiker. - Annette Oppermann, Die Geburt des Herausgebers aus dem Geist des Widerspruchs: Johann Nikolaus Forkel und die 'Oeuvres complettes de Jean Sebastien Bach'. - Konrad Feilchenfeldt, Eine neuentdeckte Fassung/Textstufe von Clemens Brentanos 'Chronic/cka des/eines fahrenden Schü lers'? - Silke Schlichtmann, 'Sie kommen mir vor wie ein unversiegbarer Quell.' Caroline Barduas Briefe an Goethe. - Thomas Richter, Textkonstitution als Interpretation: Schillers Gedichtentwurf 'Deutsche Grö ß e' und seine Instrumentalisierung im Kaiserreich. - Walter Hettche, 'Die erste Skizze wundervoll'. Zu einem Kapitel aus Theodor Fontanes Roman 'Vor dem Sturm'. - Gabriele Radecke, 'Leider nicht druckfertig'. Spuren der Unvollendetheit in Theodor Fontanes 'Mathilde Mö hring'. - Inga Gerike, Zum Verhä ltnis von Geschichtsschreibung und Philologie. Die Quellenstudien Gabriel Monods. - Annette Schü tterle, Vom Meer und vom Schreiben: Paul Valé rys 'Nage'. - Davide Giuriato, Kleine Randszene. Komische Marginalien in Franz Kafkas 'Beschreibung eines Kampfes'. - Philip Laubach-Kiani, 'Let us not speak'. Die Genese einer >Konversationstragö die< von Samuel Beckett vor dem Hintergrund seiner Joyce-Rezeption. -