Ein Kinderroman mit sprechenden Tieren für Kinder ab 10? Absolut!
Ich weiß nicht was für ein Buch ich erwartete. Vielleicht eine gewöhnliche Kindergeschichte mit einem tollen, spannenden Abenteuer. Dies gibt es auch, aber es werden auch ernsten Themen aufgegriffen.
Parallel zur abenteuerlichen und manchmal absurden Handlung bietet das Buch einen Einblick in die Mechanismen von Unterdrückung und sozialen Strukturen.
Piet, ein Waldwieselkind, nimmt an einem Wettbewerb teil, um einen begehrten Ausbildungsplatz zu gewinnen, und ignoriert dabei die Warnung, dass es sich um eine Falle handelt. Nachdem der gesamte Wald "ent-wieselt" wurde, stellt er zu seinem Entsetzen fest, dass alle anderen Tiere wussten, was vor sich ging, und niemand etwas dagegen unternommen hatte. Verzweifelt und verletzt begibt sich Piet auf eine Reise in die großse Stadt, um die Wiesel aus der Wieselfabrik zu retten.
Auf seinem Weg begegnet er freundlichen und weniger freundlichen Charakteren und Situationen, die mal absurd, mal beängstigend, aber immer unerwartet sind.
Die ersten beiden Kapitel fand ich etwas langatmig, aber danach konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Mir gefällt, dass sich die Geschichte auf die Rettungsaktion konzentriert und die Sozialkritik im Hintergrund bleibt. Es gibt viele kleine Kommentare und Bemerkungen, die man, wenn man möchte, tiefer analysieren kann, die aber nicht auffällig sind, wenn das Kind noch nicht bereit ist, diese Themen zu verarbeiten.
Fazit: Ein spannender Kinderroman mit viel Tiefe!