Mit Das Knirschen von Schnee hab ich einen Roman von Stina Milner gelesen, der dem Titel nach ein Winterroman zu sein scheint, doch die Geschichte zieht sich über ein ganzes Jahr hin.
Nachdem Liv, Ende 40, von ihrem Mann knallhart abserviert wird, zieht sie sich zunächst in die Einliegerwohnung des gemeinsamen Hauses zurück. In die eigentliche Wohnung zieht direkt die Neue ihres Mannes ein. Beide zeigen ihr deutlich, dass sie verschwinden soll.
Da die beiden Töchter beide inzwischen ausgezogen sind, beschließt Liv, weit weg einen Neuanfang zu starten, und kauft sich ein Haus in Schweden.
Zwar ist das Haus nicht ganz so, wie sie es sich vorgestellt hat, aber sie arrangiert sich und lernt auch bald ihren echt unfreundlichen Nachbarn Kjell kennen. Irgendetwas fasziniert sie an ihm und sie will den Grund herausfinden, der hinter seiner abstoßenden Art steckt. Auch an sich selbst muss Liv arbeiten und ihre Selbstzweifel und Ängste bekämpfen.
Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, was vielleicht auch daran liegt, dass die Protagonisten schon in der Mitte ihres Lebens stehen.
Mit der Kulisse in Schweden hat die Autorin eine Atmosphäre geschaffen, in die ich mich gern habe ziehen lassen, viel Schnee, viel Dunkelheit, aber auch ein herrlicher Sommer und viel Licht. Diese Atmosphäre passt auch sehr gut zu Livs emotionaler Lage. Für mich passt das perfekt zusammen.
Die Charaktere sind realistisch dargestellt und könnten die Nachbarn von nebenan sein.
Mir hat das Spiel von Tiefs und Hochs, Trauer, Ängste, Zweifel, Mut, Freundschaft, Hoffnung, vielen Gefühlen, tiefgründigen Gesprächen und Gedanken echt gut gefallen. Deswegen gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.