Tokio im Sommer 1991: Zwei kleine Mädchen verschwinden kurz hintereinander, eines wird wenig später tot aufgefunden. Während die Ermittlungen immer düsterer werden, geraten nicht nur die Familien der Opfer, sondern auch eine seltsame Glaubensgemeinschaft in den Mittelpunkt. Die Geschichte folgt dabei mehreren Perspektiven und zeigt, wie Angst, Trauer und Verzweiflung Menschen verändern können.
Atmosphärisch hat mich das Buch wirklich schnell abgeholt. Diese drückende Sommerhitze, die bedrückende Stimmung und vor allem die Einblicke in die Gemeinschaft waren für mich das stärkste Element der Geschichte. Gerade diese Passagen hatten etwas Beklemmendes und gleichzeitig unglaublich Faszinierendes. Man wollte ständig wissen, was hinter den Ritualen und den Menschen dort steckt.
Weniger überzeugt hat mich dagegen alles rund um das Ermittlerteam. Die Abschnitte wirkten auf mich teilweise zu ausführlich und haben den eigentlichen Spannungsbogen manchmal eher ausgebremst als verstärkt. Dadurch hat sich die Handlung zwischendurch gezogen, obwohl das Grundthema eigentlich viel Spannung bietet. Auch der Aufbau konnte mich nicht komplett mitnehmen. Einige Perspektivwechsel fühlten sich für mich nicht ganz stimmig an, wodurch die Geschichte stellenweise etwas holprig wirkte.
Der Schreibstil selbst ist solide und angenehm lesbar, ohne dabei besonders herauszustechen. Dafür punktet das Buch optisch umso mehr: Das Cover ist ein absoluter Hingucker und passt perfekt zur düsteren, heißen Atmosphäre der Geschichte.
Besonders die bedrückende Atmosphäre und die Einblicke in die Gemeinschaft machen den Thriller lesenswert, auch wenn mich der Aufbau und die teils ausufernden Ermittlungen nicht vollständig überzeugen konnten.