Ein Mops in Venedig von Ulrike Steffen ist ein zauberhaftes Bilderbuch, das uns auch in diesen kühlen und herbstlichen Tagen den Sommer nach Hause holt. Zunächst einmal verbindet das Buch alles, was ich liebe: Venedig, Musik, Bücher und Freundschaft.
Inmitten der schimmernden Kulisse Venedigs, wo enge Gassen, Kanäle und Plätze zur Bühne des Geschehens werden, lebt die ehemalige Opernsängerin Signora Rosa mit ihrem gemütlichen Mops Piccolo. Als ihre beste Freundin fortzieht, verfällt Rosa in eine stille Traurigkeit. Piccolo spürt die Einsamkeit und macht sich entschlossen auf die Suche nach einem neuen Lieblingsmenschen für Signora Rosa. Und findet dabei sogar selbst eine ganz besondere Freundin.
Mit liebevollen, kunterbunten Illustrationen, die das Flair der Lagunenstadt atmosphärisch einfangen, und einem sprachlichen hervorragenden und packenden Text, ist Ulrike Steffen ein Buch gelungen, das auch erwachsene Vorleser:innen tief berührt. Denn wer von uns musste sich nicht schon einmal aufgrund eines Umzugs von engen Freundschaften trennen? Dazu kommt, dass die Protagonisten so liebevoll angelegt sind, dass man selbst gerne mit ihnen befreundet wäre.
Sehr schön ist, dass der für Kinder doch recht abstrakte Begriff Freundschaft anschaulich gestaltet ist. Es sind die kleinen Gesten, durch die Freundschaften angebahnt werden: Erdbeeren vom Markt mitbringen oder ein Buch verleihen. Es sind die gemeinsam genossenen Momente, die Freundschaft am Leben halten: ein schönes Abendessen, Spaziergänge, eine Gondelfahrt.
Ein wunderbares Wohlfühl-Buch, mit dem wir von jetzt an häufig gemeinsam nach Venedig reisen und die Freundschaft feiern werden!