Die Journalistin Vera Weidenbach versucht das Leben von Ada Lovelace darzustellen. Leider gelingt ihr es nur teilweise. Ihre Darstellung stellt einen typischen journalistischen Stil dar. Es fließt viel unnötige Phantasie, die durch die wenigen Aufzeichnungen von Ada oder ihren Zeitgenossinnen und Zeitgenossen nicht belegt sind, in die Darstellung ein. Viel Text und wenig Substantielles. Der Aufbau des Buches ist so strukturiert, dass man den Eindruck erhält, alles was hier dargestellt ist, ist für eine Kolumne in einer Wochenzeitschrift, die über mehrere Ausgaben Adas Leben beschreiben soll, bestimmt. Damit einhergehend die vielen Wiederholungen und die widersprechenden Aussagen.
Adas Leben wird im Kontext der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, hier vor allem die benachteiligte Position der Frauen, dargestellt. Prinzipiell ist dies richtig, um die Hürden, die eine Frau, Ada Lovelace, überwinden musste, um sich ein wenig selbst zu verwirklichen, darzustellen. Es ist aber nicht notwendig, dass in fast jedem Kapitel eingehend feministische Aspekte, auch wenn es dazu keinen direkten oder indirekten Bezug zu Adas Biographie gibt, darzulegen. Da Adas Mutter sehr viele Aufzeichnungen und Korrespondenzen nach Adas Tod vernichten konnte, hätte man in der Darstellung der Rolle von Ada als Frau in der englischen Gesellschaft sehr vorsichtig und zurückhaltender sein müssen. Interpretationen, ohne historische Basis, sind nicht hilfreich.
Da es Biographien über Ada gibt, die deren wissenschaftliche Leistungen infrage stellen, hätte man erwarten können, dass in einem separaten Kapitel darauf eingehend Stellung bezogen wird. Leider geht Frau Weidenbach gering, teilweise nur in einer Fußnote, darauf ein.
Positiv sind die zahlreichen Auszüge aus Adas Briefen und wissenschaftlichen Arbeiten (Notes) zu erwähnen. Aber es wird zu wenig auf deren gesamtheitliche Bedeutung eingegangen.
Das letzte Kapitel, Das Erbe, ist positiv zu erwähnen. Aber, leider findet man auch hier nicht die gesamtheitliche Darstellung ihrer wissenschaftlichen Tätigkeiten ausreichend gewürdigt, die man hätte erwarten können. Schade.