Die Geschichte handelt von zwei Frauen, der Einsamkeit, dem Verlassenwerden und der Mutterschaft. In den 70er Jahren verliebt sich die Kranführerin Martina unsterblich in ihren Traummann Mischa. Beide glauben fest an den Sozialismus und arbeiten daran das Land aufzubauen. Doch nach und nach bröckelt nicht nur der Putz von den Altbauruinen, sondern auch ihr Glaube an eine Zukunft in der DDR. Als ihre Tochter zur Welt kommt, ist für Martina das Glück perfekt, doch Mischa sucht sein Glück auf der anderen Seite der Mauer und lässt Frau und Kind im Stich. In einem zweiten Erzählstrang lernen wir die Schriftstellerin und Journalistin Katja kennen. Sie lebt zurückgezogen und einsam, bis sie eine Affäre mit ihrem Chef beginnt. Für sie das Glück auf Erden, bis diese Liaison in einer Katastrophe endet. Die Autorin porträtiert in ihrem Roman zwei Frauen, die sich verzweifelt nach Nähe sehnen, nach einer Familie, Menschen, die zu ihnen gehören. Doch sie werden verlassen und sollen in Einsamkeit und Isolation Kinder aufziehen. Überfordert und verletzt versuchen sie aus dieser Rolle zu fliehen und ergreifen dafür drastische Maßnahmen. Der Erzählstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Nach dem Prolog, dachte ich erst: Wie kann man so etwas tun? Sowas kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Im Laufe der Geschichte wurde ich jedoch in die dunklen Gedanken mit hineingezogen und auch mir blieb am Ende dieser Ausgang als letzte sinnvolle Konsequenz übrig. Eine doch eher schwere Geschichte, die ein anderes Bild auf die Mutterschaft wirft, dass jedoch auch unbedingt erzählt werden muss.