Starker, emotionaler Start, doch das Finale wirkt gehetzt. Viel Potenzial, aber nicht voll ausgeschöpft.
Inhalt (spoilerfrei)Alyssa und Logan waren als Teenager die besten Freunde - auch wenn alle um sie herum vom Gegenteil überzeugt waren. Doch ihre Verbindung hielt genau bis zu dem Moment, als Logan die Stadt und sie ihn am dringendsten gebraucht hätte. Jahre später taucht er plötzlich wieder in True Falls auf - und mit ihm die Erinnerungen an eine Liebe, die nie ganz erloschen ist. Alyssa hat sich längst ein eigenes Leben aufgebaut, doch als ihre Wege erneut aufeinandertreffen, flammt das alte Feuer wieder auf - und bringt alles ins Wanken, was sie sich mühsam erarbeitet hat.Analyse: Themen & TropesBrittainy Cherry verwebt hier klassische Romance-Elemente mit schweren, realistischen Themen.<br data-start="1053" data-end="1056">Second Chance, Opposites Attract, ein deutlicher Grumpy/Sunshine-Kontrast, Trauma-Bewältigung und die Frage, ob Liebe einer kaputten Vergangenheit standhalten kann, bilden das Grundgerüst.Die Geschichte nutzt zwei Zeitebenen - Vergangenheit und Gegenwart -, ergänzt durch eine wechselnde Ich-Perspektive. Was emotionale Nähe erzeugt und die Tragweite der Entscheidungen greifbar macht.Typisch sind außerdem die melancholische Grundstimmung, die intensive Innenwelt ihrer Figuren und der Fokus auf Heilung - sowohl emotional als auch familiär. Die Neuauflage bringt zudem eine überarbeitete, moderne Optik, doch erzählerisch bleibt das Werk an seinem ursprünglichen Kern.Subjektive BewertungDer Anfang hat mich schon abgeholt: roh, intensiv, emotional glaubwürdig. Brittainy Cherry baut eine Nähe zwischen Alyssa und Logan auf, die wirklich unter die Haut geht. Und bis weit in die erste Hälfte hinein trägt die Dynamik zwischen ihnen den Roman mühelos.Im letzten Drittel verliert die Geschichte dann allerdings an Kraft. Der rote Faden ist noch da, wirkt aber zunehmend dünn. Statt einer organischen Entwicklung reiht sich ein Ereignis ans nächste, als würde eine Outline pflichtbewusst abgearbeitet, deren Verknüpfung allerdings nicht. Die Emotionalität, die zuvor so fein dosiert war, verliert sich meiner Meinung nach.Da Cherry schon oft bewiesen hat, wie stark sie erzählen kann, hätte ich mir für diese Neuauflage eine inhaltliche Überarbeitung gewünscht. Das Potenzial ist riesig - mit ein wenig Feinschliff hätte das Buch sein eigenes Niveau aus dem ersten Teil bis zum Schluss halten können.¿¿¿¿¿¿ (3 von 5 Sternen)