Turbulente Dorfkomödie mit viel Humor und Figurenpower ¿ zu hektisch und klischeehaft, um wirklich zu fesseln.
Fastenpredigt in Unterfilzbach von Eva Adam ist ein Buch, das ganz klar weiß, was es sein will: eine turbulente, humorvolle Krimikomödie mit starkem Regionalbezug, vielen Figuren und einem hohen Tempo. Wer genau das sucht, wird hier vermutlich bestens unterhalten. Für mich persönlich hatte das Ganze allerdings auch deutliche Schattenseiten.Der Humor wirkt über weite Strecken sehr bemüht. Es ist, als stünde ständig der unausgesprochene Auftrag im Raum, unbedingt lustig sein zu müssen. Gag reiht sich an Gag, Dialoge überschlagen sich, Pointen kommen im Sekundentakt. Diese Art von Dauerbespaßung erinnert an einen Energizer-Hasen in Buchform: laut, rastlos und pausenlos in Bewegung. Leserinnen und Leser, die dieses hohe Tempo lieben, werden das Buch vermutlich verschlingen. Mir war es auf Dauer schlicht zu hektisch.Erschwerend kommt die große Anzahl an Figuren hinzu. Kaum hat man sich an einen Charakter gewöhnt, tritt schon der nächste auf den Plan. Viele davon bleiben klischeehaft, wirken wie Karikaturen statt wie echte Menschen. Dadurch fiel es mir schwer, den Überblick zu behalten oder eine echte Bindung zu den Figuren aufzubauen. Statt Tiefe gibt es Breite - viel auf einmal, aber wenig, das nachhallt.Auch der eigentliche Krimiplot geht im Trubel teilweise unter. Die Geschichte wird mehr von Situationskomik und Wortwitz getragen als von Spannung oder überraschenden Wendungen. Das kann man mögen, mir fehlte jedoch gelegentlich die Ruhe, um das Geschehen wirken zu lassen oder einzelne Themen wirklich auszukosten.Unterm Strich ist Fastenpredigt in Unterfilzbach ein Buch für Leserinnen und Leser, die schnelle, laute Dorfkomödien mit viel Lokalkolorit schätzen und sich gern von einem wahren Figurenfeuerwerk unterhalten lassen. Wer jedoch feineren Humor, weniger Klischees und etwas mehr Struktur sucht, könnte - so wie ich - etwas ermüdet zurückbleiben.