¿Atemberaubend, beeindruckend, facettenreich¿
Mit ihrem neuen Roman "Die Hüterin der verlorenen Schätze" ist Elisabeth Büchle ein Meisterwerk gelungen. Sie schafft es mühelos, zwei Zeitebenen miteinander zu verweben, deren Zusammenhänge erst im Laufe der Geschichte klarer werden. Dabei schreibt sie aus vielen unterschiedlichen Perspektiven, die so voller Charakterstärke sind, dass ein beeindruckendes Buch entsteht.Die Autorin erzählt die Erlebnisse zweier überaus mutiger und liebenswerter Frauen. Zum einen gibt es Trixie, die als britische Agentin in das Dritte Reich eingeschleust wird, um gemeinsam mit ihrem Team Kunstgegenstände vor ihrer Zerstörung zu retten. Zum anderen ist da Emilia, eine junge Deutsche der heutigen Zeit, die auf dem Dachboden ihres Urgroßvaters auf eine Schachtel mit besonderem Inhalt gestoßen ist und die sich daraufhin auf Spurensuche begibt, was es mit einer jüdischen Familie und deren verschwundenem Schmuck auf sich hat. Dabei eilen ihr die beiden Schatzjäger Paul und Fynn an die Seite, denn schon bald ist ihr Leben in Gefahr.Auch ohne die Vorgeschichte "Die Erbin des Bernsteinzimmers" zu lesen - was ich unbedingt nachholen werde - bin ich schon nach wenigen Seiten in diese atemberaubende Erzählung eingetaucht, die auch sehr schnell an Fahrt aufgenommen hat. Durch die beiden Zeitebenen, sowie den häufigen Perspektivwechsel ist der Roman sehr facettenreich und man bekommt als Leser ein umfassendes Bild der Geschehnisse. Diese sind wunderbar ineinander verwoben, die Charaktere sehr stark, die Bedeutung hinter der Erzählung so wertvoll, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Wie wichtig es ist, die Gräueltaten, die im Dritten Reich verübt wurden, nicht zu vergessen und die Lebensgeschichten der Menschen der Nachwelt zugänglich zu machen und dass das in der Verantwortung jedes Einzelnen liegt, wird mit diesem Werk deutlich. Ich danke Elisabeth Büchle für dieses großartige, zutiefst berührende und spannende Buch, das noch einige Zeit nachhallen wird.