Wilhelm Buschs Max & Moritz (Mit Originalillustrationen) erzählt in sieben Streichen die Eskalation kindlicher Bosheit in einer scheinbar geordneten Dorfwelt. In prägnanten Paarreimen, pointierter Komik und mit bisweilen drastischem schwarzem Humor verbindet Busch moralische Exempelgeschichte, Satire und Bilderzählung. Die Originalillustrationen sind dabei kein bloßer Schmuck, sondern tragen Rhythmus, Pointe und erzählerische Ökonomie wesentlich mit; das Werk gilt deshalb als ein Schlüsseltext der deutschen Bildgeschichte und als Vorläufer moderner Comics. Busch, 1832 in Wiedensahl geboren, war Zeichner, Maler und Dichter zugleich. Seine künstlerische Ausbildung, seine genaue Beobachtung ländlicher Milieus und sein skeptischer Blick auf bürgerliche Tugendlehren prägten diese Erzählung. Hinter der scheinbar einfachen Kinderbuchform steht ein Autor, der pädagogische Gewissheiten, soziale Rituale und die Gewalt moralischer Ordnung mit satirischer Schärfe sichtbar macht. Empfohlen sei diese Ausgabe allen Leserinnen und Lesern, die einen Klassiker nicht nur als humorvolle Lausbubengeschichte, sondern als kunstvoll komponiertes Zusammenspiel von Text, Bild und Kulturkritik entdecken möchten. Sie eignet sich für Liebhaber deutscher Literatur ebenso wie für Interessierte an Illustration, Satire und Erzählformen des 19. Jahrhunderts.