Don Quijote von der Mancha erzählt von einem verarmten Landadligen, der, berauscht von Ritterromanen, als fahrender Ritter auszieht und mit Sancho Pansa eine Welt durchstreift, in der Imagination und Wirklichkeit unablässig kollidieren. Cervantes verbindet Schelmenroman, Parodie, Dialogkunst und philosophische Reflexion zu einem vielstimmigen Werk der frühen Moderne. Die berühmten Episoden, etwa der Kampf gegen Windmühlen, sind nicht bloß komisch, sondern untersuchen Erkenntnis, Sprache, soziale Ordnung und die Macht literarischer Fiktion. Miguel de Cervantes, 1547 in Alcalá de Henares geboren, kannte Krieg, Gefangenschaft, Armut und Verwaltungsdienst aus eigener Erfahrung. Seine Teilnahme an Lepanto, die Jahre in algerischer Gefangenschaft und sein schwieriges Leben im Spanien des Siglo de Oro schärften seinen Blick für Idealismus, Gewalt, Bürokratie und soziale Masken. Don Quijote erscheint daher als Ergebnis einer Biographie, die heroische Ideale mit bitterer historischer Wirklichkeit konfrontierte. Dieses Buch empfiehlt sich allen Leserinnen und Lesern, die mehr suchen als ein komisches Abenteuer. Es ist ein Grundtext des europäischen Romans, zugleich gelehrt, menschlich und erstaunlich modern. Wer Cervantes liest, begegnet der Entstehung literarischer Selbstreflexion und einer unvergesslichen Verteidigung der schöpferischen Einbildungskraft.