Gefühlvoll
"Wenn der Frost dein Herz berührt" ist für mich ein typisches Brittainy-C.-Cherry-Buch - und gleichzeitig nicht. Die Autorin trifft wie gewohnt mitten ins Herz, doch dieses Mal hat sie mich mit einer Tiefe erwischt, die schmerzhaft ehrlich und überraschend roh wirkt. Manche Szenen haben mir regelrecht den Atem geraubt, weil sie Verlust, Trauer und Heilung so authentisch einfangen, dass man kaum anders kann, als mitzufühlen.Der Einstieg fiel mir allerdings etwas schwer. Die ersten Kapitel lesen sich fast wie eine leichte RomCom, was nicht ganz zu der emotional schweren Richtung passt, die das Buch später einschlägt. Erst mit der Zeit öffnet sich die Geschichte und zeigt, worum es wirklich geht: zwei junge Menschen, Starlet und Milo, die auf unterschiedliche Weise am Verlust ihrer Mütter zerbrochen sind - und sich gegenseitig dabei helfen, die Bruchstellen wieder zu kitten.Starlet war für mich anfangs schwierig greifbar. Perfektionistisch, kontrolliert, fast schon zu glatt - bis die Autorin Schicht für Schicht zeigt, warum sie ist, wie sie ist. Ihre Entwicklung, ihr Mut und ihr innerer Kampf haben mich später sehr berührt. Milo dagegen war von Anfang an ein Charakter, der im Stillen brennt. Ruhig, zurückgezogen, voller innerer Abgründe, die er selbst nicht zu verlassen wagt. Gemeinsam funktionieren die beiden erstaunlich gut, auch wenn der Teacher-Student-Trope mich erst einmal skeptisch gemacht hat. Zum Glück findet Cherry hier einen Weg, das Setting respektvoll und nicht unangenehm darzustellen.Besonders hervorheben möchte ich die zwei Väter: Eric und Jacob. Jedes Mal, wenn sie auftreten, sorgen sie für Wärme, Tiefe und diese unvergleichliche Cherry-Sanftheit, die direkt ins Herz trifft. Selten wurden Nebenfiguren so liebevoll und glaubwürdig ausgearbeitet.Sprachlich liefert Brittainy C. Cherry wie gewohnt ab: poetisch, flüssig, emotional. Der unerwartete Plottwist hat mich tatsächlich überrascht und berührt - weniger schockierend, mehr tiefgehend. Genau so etwas liebe ich an ihren Geschichten.Trotz all der positiven Aspekte gab es für mich zwei kleine Abstriche: Der Start war etwas holprig, und Starlets Verhalten wirkte gelegentlich etwas sprunghaft und kindlich. Nichts Dramatisches, aber spürbar.Fazit:<br data-start="2339" data-end="2342">Ein wunderschönes, emotionales Buch, das mich berührt und oft zu Tränen gerührt hat. Für mich nicht Cherrys stärkster Roman, aber ein absolut lesenswertes, gefühlvolles Werk über Trauer, Verlust und den Mut, wieder zu hoffen. Fans der Autorin werden definitiv auf ihre Kosten kommen - und alle, die Geschichten voller Herz mögen, sowieso.