Ich wünschte, mir wäre vorher bekannt gewesen, dass es eine Wattpad-Geschichte ist, dann hätte ich das Buch nämlich gar nicht erst gelesen.
Stell dir vor:Du stehst vor sechs gefährlichen Mafiosi auf einem Hocker... und weißt nicht, was sie von dir wollen.Das Leben der taffen, aufgeschlossenen Aria Robinson änderte sich schlagartig, als sie einem fremden Mann zu Hilfe eilen wollte. Diese Entscheidung bereute sie jedoch schnell, als es plötzlich nicht mehr um das Leben des Opfers, sondern um ihr eigenes ging.Nur kurze Zeit später stand sie auf einem Hocker und starrte sechs Männer an, von denen sie dachte, sie würden sie töten. Doch das, was sie von ihr wollten, hätte sich die 20-Jährige niemals zu träumen gewagt.Nachdem Aria in einer Gasse den Überfall auf einen Mann stört, wird sie plötzlich zur Zielscheibe der Täter. Nachdem ihr kurzzeitig die Flucht gelungen ist, wird sie aber doch geschnappt und in die Villa der Mafia-Familie Rodriguez verschleppt. Dort soll sie mit dem Junggesellen Alejandro verheiratet werden. Verzweifelt sucht sie nach einem Ausweg, aber die Zeit für eine Flucht rennt ihr davon...Wow, das war ein wilder Ritt. Ich hatte keine große Erwartung und wurde trotzdem enttäuscht. Es gab so einige Lowlights - zum einen Aria, die dem Leser als taffe Protagonistin verkauft werden soll, aber eigentlich bloß eine unglaublich große Klappe hat, die eher kontraproduktiv ist und sie dümmlich wirken lässt. Auch ihr impulsives Handeln ist nicht clever oder berechnend, sondern unüberlegt und unausgereift. Außerdem ist die Story in sich nicht wirklich schlüssig und wirkt extrem in die Länge gezogen, ohne über weite Strecken etwas zu erzählen oder einen Mehrwert zu bieten. Auch die Charaktere machen keinerlei Entwicklung durch. So stehen zum Beispiel Alejandros Brüder ständig dämlich grinsend, lachend, feixend, grölend in der Ecke wie eine pubertäre Clique. Und natürlich ist einer heißer als der andere... trotzdem müssen sie Frauen entführen, damit sie jemanden heiraten können?! Dafür, dass es sich hier um Mitglieder der Mafia handeln soll, wirken alle männlichen Charaktere (den Vater mal ausgenommen) extrem albern und unreif. Dann waren da noch so manche Formulierungen, die mich mit den Augen haben rollen lassen. Aria redet beispielsweise in ihrem inneren Monolog ständig von ihrer "inneren Göttin¿, spanische Kosenamen (mi amor, mi tesoro) werden inflationär verwendet, die Dialoge sind auf eine unangenehme Art übertrieben sexualisiert. Auch der Begutachtungsritus, bei dem Aria sich nackt auf einem Hocker vor der gesamten Familie Rodriguez präsentieren muss, wirkt so absurd und komplett realitätsfremd, dass ich die Situation nicht bedrohlich sondern extrem albern fand.Leider habe ich erst nach dem Lesen durch Recherche erfahren, dass die Story ursprünglich eine Wattpad-Geschichte war. Ich wünschte, das wäre mir vorher bekannt gewesen, dann hätte ich das Buch nämlich gar nicht erst gelesen. Die Folgebände werde ich auf keinen Fall lesen.