Der Roman Mariannengraben von Jasmin Schreiber beschäftigt sich mit grossen existenziellen Themen wie Verlust, Trauer und dem Weiterleben nach dem Tod. Trotz der Schwere der Themen ist es ein Buch, das leise Hoffnung trägt und lange nachhallt.Im Zentrum stehen Paula und Helmut, zwei sehr unterschiedliche Menschen, die sich auf ungewöhnliche Weise begegnen. Beide tragen ihre eigene Geschichte und ihren Schmerz mit sich, und doch entwickelt sich zwischen ihnen - begleitet von Hund Judy - eine berührende Nähe.Besonders eindrücklich fand ich die Sprache: Sie ist ruhig, poetisch und zugleich zugänglich. Jasmin Schreiber schreibt kitschig-traurig. Die Figuren wirken verletzlich und echt, sodass mir Paula und Helmut rasch sehr ans Herz gewachsen sind. Thematisch kreist der Roman um Sterben und Abschied, stellt aber immer wieder die Frage, wie man trotz allem am Leben bleibt.Für mich war Mariannengraben ein zutiefst berührendes Leseerlebnis. Die emotionale Offenheit und die schöne Sprache vermochten mich zu begeistern.Ein feinfühliger Roman für Leserinnen und Leser, die stille, emotionale Geschichten schätzen und keine Angst vor traurigen, aber tröstlichen Tönen haben.