The Nightshade God - Ein Hauch von Gift ist der finale Band der Nightshade Crown Trilogie von Hannah Whitten.Ihr Schreibstil ist atmosphärisch dicht, komplex und sehr bildhaft. Man spürt in jeder Szene, wie durchdacht diese Welt konstruiert ist. Kirche, Glaube, Götter und Macht greifen hier so ineinander, dass man sich vollkommen in diesem düsteren Geflecht verliert. Durch die wechselnden Perspektiven bekommt die Geschichte zusätzliche Tiefe, auch wenn Lores Sicht klar dominiert.Im Vergleich zu den ersten beiden Bänden ist das Tempo hier deutlich langsamer. Der Einstieg braucht Geduld und fühlt sich anfangs ungewohnt an. Statt sofortiger Action liegt der Fokus stark auf den Figuren, auf Verarbeitung, Entwicklung und inneren Prozessen. Erst im Verlauf entfaltet die Handlung eine spürbare Sogwirkung. Rückblickend passt genau dieses ruhigere Tempo aber zur Schwere der Ereignisse aus Band zwei.Die Atmosphäre ist durchgehend düster und schwer. Tod, Götter, Macht und moralische Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Lore, Bastian und Gabe haben sich seit Band eins enorm weiterentwickelt. Die Beziehung zwischen ihnen ist längst keine klassische Dreiecksbeziehung mehr. Statt Konkurrenz entsteht hier eine Verbindung, die von Respekt, Vertrauen und echter Zuneigung geprägt ist. Die Romance steht dabei nicht im Vordergrund, sondern ordnet sich der Geschichte und der Figurenentwicklung unter.Das Ende ist ungewöhnlich und ich persönlich habe damit so nicht gerechnet. Kein klassisches Happy End, sondern ein bittersüßer, melancholischer Abschluss, der sich stimmig in die gesamte Trilogie einfügt. Aber gerade das macht das Finale so besonders, auch wenn es vermutlich nicht jede Erwartung erfüllt.FazitThe Nightshade God ist ein ruhiger, düsterer und sehr charaktergetriebener Abschluss, der mehr auf Tiefe als auf Tempo setzt. Nicht ganz so packend wie die Vorgängerbände, aber als Finale in sich schlüssig und atmosphärisch stark.Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.