Ein sehr guter Ratgeber in der Auseienadersetzung, was Jungs brauchen und gesunde, heile und erfolgreiche Männer zu werden statt Incels.
In diesem Sachbuch setzt sich Anne Dittmann mit der Frage auseinander wie wir unsere Söhne zu heilen, reflektierten und gleichberechtigten Männern erziehen können. Dabei setzt sich der Roman explizit mit dem existierenden heteronormativen Cis-Männerbild auseinander und schaut darauf, welche Veränderungen und Dekonstruktionen dieses braucht. Ich war schnell begeistert von der Art, wie sie für das Buch geforscht hat. Für Ihre Thesen greift sie sowohl auf aktuelle Studien als auch auf die Meinung von Expert*innen zurück. Dafür hat sie viele interessante und kompetente Interviewpartner*innen gefunden. Das alles führt zu fundierten und hochinteressanten Ergebnissen. Als alleinerziehende Mutter hat mich das Buch zunächst erleichtert. Zum einen mit der Erkenntnis, dass es keine vorbildhafte Vaterfigur braucht, sondern Jungen sich auch an den Müttern orientieren können. Zum anderen konnte ich feststellen, dass ich schon vieles so mache, wie es Kinder von heute brauchen. Bedauern hat bei mir ausgelöst, dass es immer noch so viele Dinge gibt, die in der Erziehung immer noch so gravierend schieflaufgen. Erschüttert hat mich beispielsweise eine Studie, die den Gender Pay Gap bereits bei der Bezahlung von Kindern für Hausarbeiten feststellen konnte. Gleichzeitig hat es meine Aufmerksamkeit auch für die Herausforderungen geschärft, mit denen unsere Söhne konfrontiert sind oder sein werden, wenn wir sie zu feministischen Männern erziehen. Insgesamt zeigt es aber trotzdem wie wichtig es ist, Kinder sowohl mit typisch weiblich als auch mit typisch männlich konnotierten Fähigkeiten auszustatten, damit sie zu gesunden und erfolgreichen Erwachsenen heranwachsen können.Die Themenfelder, mit denen sich dieses Buch befasst, sind ziemlich weit gefächert. So spielen auch Thematiken wie Medienkonsum, Schule, politische Bildung und vieles mehr eine Rolle.Ich habe mir unheimlich viel markiert und fühle mich in meiner Haltung absolut bestärkt. Mir hilft es sehr weiter, da ich ein Kind habe, das sich wohl selbst als heteronormativer Junge verstehen würde, könnte es mit den Begrifflichkeiten etwas anfangen. Ich wünschte, es gäbe ein solches Buch auch in geschlechtsneutraler Form. Das wäre vielleicht der nächste Schritt, um die Erwartungshaltung zu verhindern, dass sich die Frauen und Mädchen darum kümmern müssten, dass Jungen in unserer modernen Gesellschaft mithalten können.