Fesselnd bis zu letzten Seite
Gleich vorweg, dieser Krimi der österreichischen Autorin Alex Beer fesselt bis zu letzten Seite. Zudem müssen Felix Blom, der Meisterdieb, und der Kommissar Bruno Harting, der Felix lieber hinter Gittern weiß, zusammenarbeiten, um Mathilde Voss vor dem Tod unter dem Fallbeil zu retten .... Was ist passiert? Zehn Jahre zuvor wollen vier Prostituierte, zu denen Mathilde damals gehört, einen vergnüglichen Nachmittag verbringen, als eine, Agnes, aufspringt, davonläuft und nie wieder auftaucht. Nun, zehn Jahre danach, werden zwei Frauen dieses Kleeblatts ermordet aufgefunden. Die Spuren weisen ausgerechnet auf die vierte - Mathilde. Sie wird am Tatort des zweiten Frauenmordes festgenommen. Eine Zeugin will sie in der Wohnung des ersten Opfers gesehen haben. Es scheint, als wäre Mathilde in einer perfiden Intrige gefangen, nur warum? Sowohl Blom als auch Harting sind von Mathildes Unschuld überzeugt und suchen fieberhaft nach entlastenden Beweisen, denn das Urteil ist schnell gesprochen: Tod durch das Fallbeil, Vollstreckung in drei Tagen. Felix Blom aktiviert seine Kontakte in die Unterwelt und Bruno Harting kramt in alten Akten, die er Blom zuspielt.Werden die beiden es schaffen, den wahren Täter zu finden und Mathilde zu retten, wenn selbst Mathildes Anwalt zu einem Schuldeingeständnis rät? Blom und Harting kämpfen gleich mit mehreren Gegnern: Zum einen läuft ihnen die Zeit davon und zum anderen soll der Akt recht schnell geschlossen werden. Außerdem muss dem Frauenmörder das Handwerk gelegt werden, denn er hat schon ein nächstes Opfer im Visier. Meine Meinung: Alex Beer zieht hier alle Register des historischen Kriminalromans. Sie entführt uns in jene Zeit, in der die Ermittler ohne Kriminaltechnik und Hilfsmittel wie Daktyloskopie oder DNA-Analysen auskommen müssen, sondern deutlich sichtbare Spuren bedeutsam sind. Ein Geständnis ist hilfreich, auch wenn es oft aus den Verdächtigen herausgeprügelt wird. Der Krimi fesselt bis zur letzten Seite. Wir Leser erfahren durch Rückblenden einige Details, die Blom und Harting nicht zugänglich sind. Der Wechsel von Gegenwart in die Vergangenheit steigert den Spannungsbogen und die Verzweiflung von Felix Blom, seine Partnerin nicht retten zu können. Auch Bruno Harting widerstrebt es, das eine Unschuldige hingerichtet und der wahre Täter ungeschoren davonkommen wird. Wie wir es von Alex Beer gewöhnt sind, sind einfache Lösungen ihre Sache nicht. Sie legt zahlreiche Spuren, die zunächst vielversprechend wirken, dann letztlich dann in einer Sackgasse enden. Zudem bietet die Autorin im Nachwort einige Details zum Berlin des späten 19. Jahrhunderts, die uns in einen authentischen Krimi eintauchen lassen. Fazit: Ein fesselnder Krimi, der uns bis zuletzt um das Leben einer der Hauptpersonen bangen lässt. Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung für die ganze Reihe und 5 Sterne.