Bildstark, atmosphärisch, lebendig erzählt - überzeugt mit authentischen Figuren und spannenden Einblicken in die Schokoladenkunst
Bern 1863: Nur knapp entgeht Rudolphe Lindt als Kind in Bern nur einem Unfall. Ein Blumenmädchen konnte ihn gerade noch retten, bevor ihn eine Kutsche im Vorbeifahren erwischt hätte. Seitdem fühlt er sich zu Größerem bestimmt. Statt den Erwartungen seiner Familie zu folgen, bricht er die Schule ab und stürzt sich in das Abenteuer seine eigene Schokoladenfabrik in Bern zu eröffnen. Dabei schafft er etwas Einzigartiges - er entwickelt das Conchieren, eine bahnbrechende Technik, die die Schokoladenherstellung revolutioniert."Lindt & Sprüngli - Zwei Rivalen, ein Traum" ist der zweite Band der Lindt & Sprüngli-Saga. Während im Vorgängerband die Geschichte der Sprünglis erzählt worden ist, wird in diesem Band hauptsächlich die Geschichte der Familie Lindt und dem jungen Rudolf (genannt Rodolphe) Lindt erzählt. Vorkenntnisse aus dem Vorgängerband sind dennoch empfehlenswert, da auch die Sprüngli-Familie wieder einen Teil der Geschichte einnimmt und es nahtlos anknüpft. Der Roman wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was der Handlung eine lebendige Dynamik verleiht. Besonders im Mittelpunkt steht hier hauptsächlich Rodolphe, dessen Weg in die Lehre und seine ersten Schritte in der Kunst der Schokoladenherstellung den Kern des Buches bilden. Gerade diese Einblicke in das Handwerk sind faszinierend. Man spürt, wie viel Wissen, Experimentierfreude und Leidenschaft hinter jeder einzelnen Tafel steckt. Der Schreibstil ist sehr bildgewandt, atmosphärisch und zugleich wunderbar flüssig zu lesen. Orte und Menschen sind so eindrücklich beschrieben, dass sie beim Lesen förmlich lebendig werden. Die Charaktere sind vielfältig, authentisch und emotional greifbar. Schnell findet man Zugang zu ihnen und fühlt mit ihnen, egal aus welcher Gesellschaftsschicht sie stammen. Gerade diese sozialen Unterschiede stehen im Vordergrund und verleihen dem Roman eine zusätzliche historische Tiefe. Besonders beeindruckend ist, wie nahtlos Realität und Fiktion ineinanderfließen. Oft ist kaum zu erkennen, wo historische Fakten enden und literarische Gestaltung beginnt. Hier wurde wirklich großartige Recherchearbeit geleistet. Mein Fazit:Nachdem mich bereits der erste Teil der Saga begeistert hat, war klar, dass ich auch diesen Band lesen musste. Die Fortsetzung ist erneut grandios geschrieben und macht große Lust auf den dritten Teil, den ich definitiv ebenfalls lesen werde. Ein Roman, den ich definitiv weiterempfehle.