Das Duo Pascal Engman und Johannes Selåker hat mich mit ihrer Reihe "Wolf und Berg ermitteln" mehr als nur überzeugt. Deshalb war für mich klar, dass auch der dritte Band "Nachtschattenspiele", erschienen bei Ullstein, sofort nach Erscheinungsdatum bei mir einziehen wird.
Wie von den beiden Autoren gewohnt, zogen sie mich mit einer starken Szene sofort in den Sog der Geschichte rund um die Befreiung eines inhaftierten Neonazis, der von einem Gefängnis in ein anderes überstellt werden soll. Von der ersten Seite an ist der Spannungsbogen hoch und zieht mich in den Bann der Geschichte. Die 1990er-Vibes dieser Reihe gefallen mir, denn die Autoren greifen dabei immer prägnante Ereignisse oder wichtige Themen dieser Zeit auf.
Tomas Wolf ist, wie schon in den Bänden zuvor, ein gebrochener Held, der trotz seiner Probleme sich für das Leben entscheidet. Sein Handeln, Tun und seine Gedanken konnte ich nachvollziehen, und es ist schön, dass in dieser Krimireihe einfach alle Protagonisten ihre Ecken und Kanten haben. Auch Vera Berg bekommt wieder eine starke Rolle in diesem Thriller, obwohl sie mir nicht unbedingt sympathisch ist. Aber ich muss einen Charakter nicht unbedingt lieben, um ihm durch eine Storyline zu folgen. Das Zusammenspiel der beiden Hauptprotagonisten macht diese Reihe auch zu etwas Besonderem.
Der Plot war, wie von den Autoren gewohnt, intelligent und wendungsreich konstruiert, und so flog ich nur so durch die Seiten dieses rasanten schwedischen Krimis.
Mein einziger klitzekleiner Kritikpunkt ist, dass mir ab und an das Glück zu oft auf Seiten von Tomas und Vera war. Trotzdem hat dieser Thriller richtig Spaß gemacht, und ich mochte es, den beiden auf der Suche nach dem großen Zusammenhang über die Schulter zu schauen.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung von 4,5 von 5 Sternen. Ich freue mich schon auf den nächsten Band!