- Achtung, enthält Spoiler zum ersten Teil der Dilogie -
Sophia ist nach dem Verrat ihres Großvaters und dem von Benson auf sich alleine gestellt. Sie kann nur ihr Bestes geben, um ihrer Schwester eine sichere Zukunft zu gewinnen, doch dabei muss sie entscheiden, wem sie vertrauen kann. Ob sie eher eine Hunterin oder eine Hexe sein will und wer das wirkliche Böse hier verkörpert. Auch Benson muss entscheiden, ob er weiterhin an das glauben will, was ihm bisher bekannt war, oder ob er alles riskieren will.
Das Buch ist wechselnd aus den Perspektiven von Benson und Sophia erzählt. Beide sind authentisch und nachvollziehbar dargestellt und ich mochte es, wie sie immer wieder mit ihrer Vergangenheit und ihren Dämonen konfrontiert werden.
Die Handlung ist wundervoll brutal und kompromislos, was mich schwer beeindruckt hat. Ich habe immer öfter das Gefühl, dass Autoren den Leser schützen wollen, das ist hier nicht der Fall. Man sollte definitiv nicht zart besaitet sein, aber es passt auch einfach extrem gut zu Sophia und Benson und trotz all der Gewalt schaffen sie es, ihre Menschlichkeit nicht zu verlieren.
Was mir etwas zu viel war, ist der Smut. Es wird für meinen Geschmack zu viel gebumst in dem Buch und das auch in Situationen, wo ich es als unpassend empfunden habe.
Was ich wirklich toll fand war die Art, wie immer wieder hinterfragt wird, welches Ziel Opfer rechtfertigt oder ob es überhaupt Rechtfertigungen für so viele Tode und Gewalt gibt. Auch die Frage, wessen Wahrheit jetzt die richtige ist, wird immer wieder gestellt. Eine Gesellschaftskritik die ich einfach super fand.
Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen, wobei weniger Smut echt gut gewesen wäre. Trotzdem kann ich die Dilogie nur wärmstens empfehlen, wenn man mit kompromisloser Gewalt klarkommt.