KI, die schöne neue Welt - spannend, dunkel, verstörend
Nachdem ich den Kriminalpsychologen Simon Dorn im ersten Buch in Zimmer 103 zurückgelassen habe, bin ich ihm nun im Zimmer 203 wieder begegnet. Er hat sich im Keller des verlassenen Hotels Dornwald eingerichtet, seiner kauzigen Art ist er treu geblieben.Als ihn eine Nachricht einer bekannten Therapeutin erreicht, ist er zunächst ziemlich perplex. "Weil Sie wissen, wie es ist, wenn die Dunkelheit einen nicht loslässt" erhält er als Antwort auf seine Frage, warum sie gerade ihn kontaktiert. Sie will seinen Rat und seine Diskretion, zudem hat sie ihm eine hohe Summe als Vorschuss überwiesen.An anderer Stelle ist es ein Chirurg, der nach einem langen Arbeitstag zu seiner Familie heim will, er aber unterwegs ein verunglücktes Auto sieht und nicht anders kann, als zu helfen. Ihn, Michael Bergmann, begegnen wir noch mehrmals......ebenso einer Journalistin, die schon so manch Ungeheuerlichkeit aufgedeckt hat. Auch jetzt ist sie an einer Sache dran, die nicht jedem gefällt. Sie will einen Artikel über ZERO veröffentlichen, einer mit üppigen Mitteln ausgestattete Firma, die KI voranbringen will.Lea Wagner von BK Wien findet eine vermisste Person, richtiger gesagt sind es zwei Wanderer, die in einer Berghütte auf die Tote stoßen. Der Auffindeort fällt zwar nicht in Leas Zuständigkeitsbereich und doch ist sie näher dran als ihre dortigen Kollegen. Aber nicht genug damit, Leas Bruder Karl hat ziemlichen Ärger, er muss weg aus Wien. Das abgelegene Dornwald in Bad Gastein wäre eine Option - Simon ist nicht begeistert. Hiermit wäre es schon genug, es passiert eine ganze Menge, sowohl Simon als auch Lea werden angefeindet. Aber es geht um sehr viel mehr.KI ist die schöne neue Welt, sie ist allgegenwärtig, diese künstliche Intelligenz setzt sich in allen Bereichen fest, sie wird immer besser, sie wird trainiert, KI kopiert die reale Welt, sie kommt täuschend echt bei uns an. Jan Beck zeigt auf, was passieren kann, wie weit Identitätsdiebstahl gehen kann. Maschine gegen Mensch - Existenzen können zunichte gemacht werden.Das Dornwald ist auch im zweiten Fall Schauplatz, wenngleich es auch andere Orte gibt, die hier eine schaurig-gruselige Rolle spielen. Simon und Lea, die beiden Hauptakteure, sind dem ersten Anschein nach grundverschieden, beide gehen sie an ihre Grenzen und darüber hinaus. Daneben sind auch alle anderen hier agierenden Personen gut und glaubhaft charakterisiert, alle Schauplätze bildhaft skizziert. Ein wiederum fesselnder zweiter Band, der die Vorfreude auf das nächste Buch weckt.