Cecilia, eine junge Frau, verdient ihr Geld als Housesitterin und passt während der Abwesenheit der Besitzer auf deren Häuser auf. Als sie eine luxuriöse Villa auf einer abgelegenen Insel betreuen soll ausgerechnet das Haus der Familie ihres Freundes scheint das zunächst ein einfacher Auftrag zu sein. Doch schon bald geschehen seltsame Dinge im Haus, und Cecilia beginnt sich zu fragen, ob sie wirklich allein ist. Gleichzeitig deutet immer mehr darauf hin, dass auch ihre eigene Vergangenheit eine Rolle spielt.
Ich bin sehr gut in die Geschichte gestartet. Das Setting auf der Insel sorgt sofort für eine düstere und leicht unheimliche Atmosphäre, die perfekt zu einem Thriller passt. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass hier vieles nicht so ist, wie es scheint und genau dieses Misstrauen gegenüber den Figuren zieht sich durch einen großen Teil des Buches. Besonders Spaß gemacht hat mir das Miträtseln. Immer wieder gibt es Hinweise, die verschiedene Personen verdächtig erscheinen lassen, sodass sich meine Vermutungen während des Lesens mehrfach geändert haben. Gerade dieses Spiel mit möglichen Motiven und Geheimnissen fand ich sehr spannend.
Im Mittelpunkt steht natürlich Cecilia. Durch ihre Vergangenheit und die Erfahrungen, die sie gemacht hat, konnte ich viele ihrer Entscheidungen zumindest nachvollziehen, auch wenn ich nicht immer mit allem einverstanden war. Auch die Beziehungen zwischen den Figuren spielen eine wichtige Rolle. Besonders die Dynamik zwischen Cecilia, Johannes und Nick sorgt immer wieder für Spannungen. Während man bei manchen Figuren lange nicht genau weiß, woran man ist, tragen gerade diese unterschiedlichen Beziehungen dazu bei, dass man als Leser immer wieder neue Vermutungen anstellt.
Sehr gut gefallen hat mir außerdem der Schreibstil. Das Buch lässt sich wirklich angenehm und flüssig lesen, sodass ich schnell durch die Seiten gekommen bin. Gleichzeitig bleibt die Spannung erhalten, weil immer wieder kleine Hinweise eingestreut werden, die neue Fragen aufwerfen und zum Miträtseln anregen. Im Verlauf der Geschichte werden nach und nach immer mehr Zusammenhänge aufgedeckt, und es macht Spaß, die einzelnen Puzzleteile zusammenzusetzen. An ein paar Stellen wirkte die Handlung auf mich allerdings etwas konstruiert besonders einmal hatte ich das Gefühl, dass eine wichtige Entdeckung ein wenig zu bequem zustande kommt.
Das Ende war auf jeden Fall spannend und hat die Geschichte noch einmal zugespitzt. Trotzdem hat mich der Ausgang nicht komplett überzeugt. Einige Entscheidungen der Figuren haben mir nicht ganz gefallen, sodass der letzte Abschnitt für mich ein wenig durchwachsen wirkte. Ich hätte mir hier persönlich einen etwas anderen Abschluss gewünscht.
Fazit:
Ein spannender Thriller mit düsterer Atmosphäre, vielen Geheimnissen und einem sehr flüssigen Schreibstil, der zum Miträtseln einlädt. Auch wenn mich nicht jede Entwicklung vollständig überzeugen konnte, hat mich die Geschichte insgesamt gut unterhalten.
Insgesamt hat mir das Buch trotz kleiner Kritikpunkte spannende Lesestunden beschert und besonders das Miträtseln über die Hintergründe und Motive der Figuren hat mir viel Spaß gemacht.