"Schatten Eis" ist der dritte Teil aus Dänemark und kann unabhängig von den anderen gelesen werden.
Der vermeintliche Thriller mit dem düsteren eisigen Cover startet zunächst sehr vielversprechend.
Mehrere Personen werden auf brutalste Weise umgebracht und das Team von Kirsten beginnt zu ermitteln. Schnell bekommt auch Marit, eine Externe, davon mit und ist sehr bald involviert.
Das Buch hat für meinen Geschmack bei 100 angefangen und bei knapp über 0 aufgehört, wie die Tankuhr.
Die Ermittler wirken sehr sympathisch, Jesper braucht dringend mehr Selbstbewusstsein und hätte mit Kjell tauschen sollen.
Der Schreibstil ist auch gut und verständlich.
Es gibt unterschiedliche Sichtweisen bzw. Perspektiven, was das Interesse der Lesenden stärkt. Auch für Privates wird etwas Platz eingeräumt.
Als die Richtung nach ca dem halben Buch umschlägt auf der Suche nach Marits Wurzeln, verschiebt sich der Fokus zu sehr.
An sich finde ich es gut, wenn man den Lesenden Bräuche etc. von anderen Kulturen näherbringt. Wie abergläubisch sie sind und ihre Träume deuten bspw ist interessant.
An den richtigen Stellen.
Aber hier beim Mörder von Geistern, immateriellen Wesen usw. zu reden, war Hokuspokus und nervte an einigen Stellen.
Es sei sollte ein teuflischer Mordkomplott voller Intrigen werden, ist aber nicht komplett durchdacht.
Natürlich ist es höchst interessant und wichtig, was dort passiert ist und richtig, den Lesenden dieses Wissen auch zu vermitteln.
Leider wollte die Autorin wohl etwas zu viel.
Medizinische Eingriffe bei der Bevölkerung, Atomwaffen, militärische Stützpunkte, Spione und die böse DDR.
Das Ende ist leider völliger Quatsch.
Vom Fahrer, der keinen Verdacht schöpft, über bewachte Posten, die nur an einer Stelle stehen über Geheimagenten bis hin zu unzähligen Toten durch radioaktive Strahlung durch jahrzehntelange Suche und dann kommt Marit.
Hätte mir mehr Fokus auf Polizeiarbeit gewünscht, und weniger Verschwörungstheorien.
Weniger ist mehr.