In den 1960er Jahren sind in Pirmasens drei Kinder verschwunden. Die Fälle lagen zeitlich auseinander, hatten einige Ähnlichkeiten und wurden nie aufgeklärt. Die Last für die Zurückgebliebenen wiegt schwer.
Toni ist eine junge aufstrebende Journalistin mit einem dunklem Fleck in der Vergangenheit, der ihre Zukunft schwer belastet. Auch ihr Privatleben und ihre Beziehung verlaufen nicht glücklich. Zu ihrem Vater hat sie ein eher schlechtes Verhältnis, so meldet sie sich nicht auf seine Kontaktversuche. Als es zu spät ist, versucht sie nachtäglich etwas über den mittlerweile Verstorbenen in Erfahrung zu bringen. Dabei stößt sie auf Ungereimtheiten aus der Kindheit des Vaters in den 60er Jahren, die ihn prägten und die von Zeitgenossen gerne verdreht oder totgeschwiegen werden. Zeitgleich ermittelt die Polizei in Pirmasens wegen eines vermeintlichen Suizids einer Ärztin und wegen eines vermissten Mädchens. Toni mischt sich in die laufende Ermittlung ein, nachdem Verbindungen zu ihrem Vater und der Ärztin bekannt werden.
Toni und ihr Vater haben in unterschiedliche Weise mehrfach Schuld auf sich geladen, das hat jeweils ihre Entscheidungen und ihr Leben beeinflusst. Vieles hätte man mit Gesprächen aus dem Weg schaffen können, doch beide haben einen anderen Weg gewählt. Der Autor zeigt hier welche Konsequenzen dies hat, auch wenn es teils nur auf Missverständnissen beruht.
Die Handlung wird spannend erzählt, wobei der Autor ohne Grausamkeiten auskommt. Die Verbindung des Cold Case mit der Fiktion ist gut gelungen und auch der Schluss kann überzeugen. Die Figuren hätten etwas mehr Konturen vertragen können, aber das fällt bei der Bewertung weniger ins Gewicht, da ich den Krimi gerne in eins gelesen habe