Sonne im Gepäck von Tina Herz ist ein wunderbares Sommerbuch, hat aber nicht nur Sonne und Idylle zwischen den Seiten, weshalb es mich besonders überzeugt hat! Das fröhlich bunte Cover macht sofort Lust auf Sommer und Abenteuer und lädt uns LeserInnen ein, mit Valerie und ihrer Familie auf Reisen zu gehen. Der Camping-Van auf dem Bild zeigt uns einen wesentlichen Ort der Geschichte und gibt somit bereits einen Einblick ins Geschehen, was ich sehr mag.
Denn Valerie und Tom machen sich mit ihren eineinhalb jährigen Zwillingen im Camping-Van auf eine ganz besondere Reise durch Europa. Um beide an einem Kulturprojekt teilnehmen zu können, welches sie nach Versailles, Bordeaux, Bilbao, Madrid und Lissabon führen wird, packen sie kurzerhand Kind und Kegel ein und stürzen sich ins Abenteuer. Der Plan ist der, dass beide gleichberechtigt arbeiten und sich um die Kinder kümmern, um als Familie noch näher zusammen zu wachsen, doch schnell hat Valerie das Gefühl, dass sie hauptsächlich bei den Kindern im Van sitzt, während Tom seinen Aufgaben nachgeht und sich sehr viel mit Teamkollegin Ida beschäftigt Schaffen sie es ihr Familienleben zwischen Chaos, Arbeit, Platzmangel und Erwartungen zu stärken oder endet das Abenteuer in einer Katastrophe?
Sonne im Gepäck ist die Fortsetzung zu Tina Herz Roman Das Glück in allen Farben, kann aber auch problemlos unabhängig gelesen werden. Ich kenne Band 1, in dem es vor allem um den Kinderwunsch des Paares geht und habe mich sehr gefreut nun der kleinen Familie begegnen zu dürfen. Tina Herz schreibt in sehr angenehmer und flüssiger Art und Weise, was das Lesen leicht macht und auch der Geschichte zu folgen gelingt mühelos. Das heißt aber nicht, dass es nicht viel zu entdecken und zu erlesen gäbe diese Geschichte ist wirklich prall gefüllt mit Familienabenteuern! Und das absolute Highlight ist für mich, dass es der Autorin hervorragend gelingt eine authentische und lebensnahe Handlung zu schildern, die mir sehr nah kam. Ich konnte so gut mit Valerie fühlen, aber auch andere Charaktere waren nachvollziehbar und individuell gezeichnet, wodurch sich ein lebendiges Setting ergibt.
In vielen Geschichten wird Familienleben als pure Idylle geschildert, doch in diesem Werk geht es realistischer zu und so erhalten z. B. auch volle Windeln, ein vergessener Kinderwagen, zu wenig Platz, Überforderung und schreiende Kinder ihren berechtigten Platz, was ein hohes Identifikationspotenzial schafft. Und auch andere Inhalte, wie das Leben als Paar und als Eltern, die Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit, die Versuchungen außerhalb einer Ehe, Freundschaft und Selbstfindung spielen eine wichtige Rolle, so dass ein ganzes Kaleidoskop des gemeinschaftlichen Lebens entsteht und sich sicherlich viele LeserInnen mit ihren Themen wiederfinden können. Und dazu kommen auch noch verlockende Beschreibungen der kulturellen Veranstaltungen, die dazu geführt haben, dass ich so gerne dabei gewesen wäre.
Mir hat diese Geschichte wirklich sehr gut gefallen, ich fand sie äußerst stimmig und authentisch, durfte mitfühlen und konnte mich ganz darauf einlassen. Ein herrlicher Roadtrip in Kombination mit Familienleben und Kulturprogramm, mit persönlichen Dramen und purer Lebensfreude, mit Liebe, Frust und dem ganzen Leben einfach toll und ich würde mich sehr freuen zu erfahren, wie es weiter geht! Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!