Direkt am Anfang ist mir aufgefallen, dass der Schreibstil trotz der vielen Einflüsse aus der japanischen Gruselkultur angenehm einfach und gut verständlich bleibt. Dadurch fiel es mir leicht, in Minamis Welt einzutauchen, und ich fand die Einblicke in ihr Leben in Japan wirklich spannend und atmosphärisch beschrieben.
Gerade der Berg, der die Menschen auf gewisse Weise verändert, ist richtig gelungen umgesetzt: nicht übertrieben, keine billigen oder künstlich wirkenden Horrorelemente, sondern eher subtil und dadurch umso wirkungsvoller. Es fühlt sich alles greifbar und irgendwie realistisch an, was den Grusel noch verstärkt.
Überhaupt zieht sich dieser unterschwellige Grusel konstant durch die Geschichte. Es gibt keine lauten Schockmomente, sondern eher ein leises, unangenehmes Gefühl, das einen beim Lesen begleitet. Gerade diese ruhige, unaufdringliche Art des Thriller/Horrors hat mir richtig gut gefallen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich manche Situationen nicht ganz so verstanden hab - vermutlich aufgrund der Seitenanzahl wurden hier manche Stränge nicht ganz so ausführlich behandelt.