Die Geschichte(n) eines Arztes im Delta der Donau - kurzweilig, mit einem feinen selbstironischen Humor durchsetzt - haben mir gut gefallen. Mich erinnerte das Buch gelegentlich an Fernando Namoras Erinnerungen 'Landarzt in Portugal' und an den ersten Band der Erinnerungen des Landtierarztes James Herriot. Ich mag Ärzte, die sich und ihren Stand nicht zu wichtig nehmen und Ivan gehört definitiv dazu. Er schaffte es sehr schnell, mich in die ärmliche Umgebung des riesigen Flußdeltas, mit all seinen Sorgen und Problemen, hineinzuziehen. Er hat die Herzlichkeit und Offenheit armer Menschen für sich angenommen und gibt diese an seine LeserInnen weiter. Auch wenn ich gelegentlich durch Gedanken- bzw. Themensprünge verwirrt war, hat mich der Erzählstrang doch immer wieder schnell gerettet. 'Meile 23' ist ein eher leises Buch, ganz abseits unser lauten, modernen Welt. Aber es ist wie ein guter Freund, den man eine Weile nicht gesehen hat, dessen Umarmung aber sofort wieder unser Herz erwärmt.