Fantasy mit wichtiger Botschaft und echtem Herzblut ¿ aber der belehrende Ton und holprige Umsetzung bremsen.
Als Tierschützerin war ich von dieser Idee sofort angesprochen - und blieb hin- und hergerissen. Indigo Animals verbindet ernste Themen wie Massentierhaltung, Tierversuche und Umweltzerstörung mit magischen Wesen, Elfen und Indigokriegern. Das Herzblut der Autorin ist auf jeder Seite spürbar, die Recherche fundiert, und die Schilderungen der Zustände in der Landwirtschaft sind eindringlich und bleiben haften.Äußerlich macht das Buch übrigens einen sehr guten Eindruck: hochwertige Verarbeitung, ansprechendes Cover - das spricht die Zielgruppe zielsicher an.Was mich gebremst hat, ist der Schreibstil. Er wirkt oft fordernd und belehrend, der moralische Zeigefinger ist durchgehend präsent. Ich teile die Überzeugungen der Autorin - aber auch wer das tut, möchte eine Geschichte lesen, keine Predigt. Die Dialoge wirken stellenweise hölzern, und die Darstellung von Fleischessern als von dunklen Mächten beeinflusst nimmt der Erzählung die Differenzierung, die sie für eine breitere Wirkung bräuchte.Auch der Mix aus hartem Realismus und Fantasy-Elementen gelingt nicht immer. An manchen Stellen schwächen die übernatürlichen Aspekte paradoxerweise die Dringlichkeit der realen Botschaft, statt sie zu verstärken.Für Lesende mit Tierschutz-Affinität ist es trotzdem eine Bereicherung - ein wichtiges, engagiertes Buch, das zum Nachdenken anregt, auch wenn die Umsetzung nicht durchgehend überzeugt.