Crimson Circle hat mich wirklich schnell in seinen Bann gezogen. Der Einstieg gelingt sofort spannend und die wichtigsten Figuren werden direkt so eingeführt, dass man schnell in die Geschichte hineinfindet. Besonders Adrien sorgt von Anfang an für eine intensive Atmosphäre, weil man ihn nie ganz durchschauen kann.
Die Idee mit den Mohnblumen und den Traumwelten fand ich unglaublich spannend und kreativ umgesetzt. Dass Menschen durch den Staub in Träume eindringen können, verleiht der Geschichte eine düstere, fast thrillerartige Stimmung, die sich durch das ganze Buch zieht. Gerade die Traumsequenzen waren teilweise richtig gruselig und haben die Spannung enorm verstärkt.
Auch die Figuren haben mir sehr gefallen. Lunette ist eine starke Protagonistin, die trotz ihrer schwierigen familiären Situation nicht aufgibt. Ihr Vater dagegen ist wirklich schwer zu ertragen gewalttätig, alkoholabhängig und voller ungelöster Geheimnisse. Gleichzeitig merkt man aber schnell, dass auch hinter ihm mehr steckt, als zunächst sichtbar wird.
Adrien wird im Verlauf der Geschichte immer interessanter. Obwohl ständig Zweifel an ihm gesät werden, schafft die Autorin es hervorragend, dass man trotzdem mehr über ihn erfahren möchte. Die Dynamik zwischen ihm und Lunette entwickelt sich langsam, aber sehr intensiv. Besonders die gemeinsamen Traumsequenzen und ihre ähnlichen familiären Hintergründe machen die Verbindung zwischen ihnen glaubwürdig und emotional greifbar.
Auch Nebenfiguren wie Estelle oder Eloi bringen viel Leben in die Geschichte. Gerade deshalb hat mich die Wendung rund um Estelle am Ende wirklich überrascht. Überhaupt zieht das Buch zum Schluss das Tempo noch einmal stark an und liefert einige unerwartete Enthüllungen.
Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und angenehm. Die kurzen Kapitel passen perfekt zur spannenden Handlung und sorgen dafür, dass man immer weiterlesen möchte. Dazu kommt noch das wunderschöne Cover, das die düstere Stimmung des Buches sehr gut einfängt.
Das Ende war für mich gleichzeitig großartig und frustrierend, weil plötzlich vieles ganz anders ist als erwartet und die Geschichte extrem offen endet. Jetzt möchte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht.