Berührende und magische Geschichte auf zwei Zeitebenen, die durch starke Protagonistinnen & große Emotionen begeistert.
"Die Sache mit Büchern ist die", sagte sie. "Sie helfen einem, sich ein größeres und besseres Leben vorzustellen, als man es sich je erträumen könnte." Schon dieser eine Satz fängt die Essenz von Evie Woods' wunderbarem Roman vollkommen ein. "Der verschwundene Buchladen" ist weit mehr als nur eine Geschichte über verstaubte Regale - es ist eine zutiefst berührende Hymne an das Lesen, die Macht von Geschichten und den Mut, das eigene Schicksal wieder selbst in die Hand zu nehmen.Besonders begeistert hat mich der geschickte Aufbau der Handlung auf zwei Zeitebenen. Auf der einen Seite begleiten wir Opaline im Dublin und Paris der 1920er Jahre, auf der anderen Seite Martha und den Literaturwissenschaftler Henry in der Gegenwart. Was zunächst wie getrennte Pfade wirkt, verwebt die Autorin im Laufe des Romans mit unglaublicher Eleganz zu einer gemeinsamen, großen Geschichte.Vor allem die Schicksale von Opaline und Martha haben mich unheimlich mitfühlen lassen. Es tut beim Lesen weh zu sehen, wie sehr das Leben beider Frauen von Männern bestimmt, kontrolliert und fast ruiniert wurde. Doch umso schöner und inspirierender ist es zu beobachten, wie sie eine immense innere Stärke entwickeln, sich aus ihren Zwängen befreien und ihr Leben endlich selbstbestimmt gestalten.Neben diesem tiefgründigen Drama und einer feinfühligen Liebesgeschichte hat mir auch der magische Teil der Erzählung unglaublich gut gefallen. Der geheimnisvolle, verschwundene Buchladen bringt eine bezaubernde Prise magischen Realismus in die Handlung. Die Grenze zwischen Realität und Wunder verschwimmt so sanft, dass man beim Lesen selbst daran glauben möchte, ein solcher Ort könnte gleich um die nächste Ecke warten.Für mich ist dieser Roman ein absolutes Jahreshighlight: magisch, emotional, voller Frauenpower und Geheimnisse. Ein klares 5-Sterne-Buch, das noch lange nachhallt und das Herz eines jeden Buchliebhabers höherschlagen lässt!