ich brauchte zwei Anläufe, es ist definitiv anders als man erwartet..
"der verschwundene Buchladen" von Evie WoodsDieser Roman hat mich beim zweiten Versuch überzeugt. Ich hatte ihn gleich bei Erscheinungstermin schon einmal probiert und bin nicht über 100 Seiten gekommen. Aber vor ein paar Tagen kam plötzlich das Gefühl ich sollte es nochmal probieren.. Und es hat mich gepackt.Anfänglich hatte ich etwas zu tun mich in der Geschichte wiederzufinden, woran es lag kann ich nicht mal sagen. Die Schreib und Ausdrucksweise von Evie ist eigentlich ganz angenehm und leicht, vielleicht liegt es einfach an der Geschichte.Aber es hatte sich recht schnell behoben und ich war gefangen und konnte es nicht mehr weg legen. Die Story hat mich einfach gefangen genommen, und das sage ich als eingefleischte Thriller Leserin. Ich hatte beim lesen das Gefühl mit auf Reisen zu sein. Häufiger Kritikpunkt ist ja das, dass swipen in der Zeitform unübersichtlich wäre, aber ich empfand das genaue Gegenteil. Nur Opaline nimmt uns mit in die Vergangenheit, Henry und Martha erzählen ihre Geschichte in der Gegenwart. Ausserdem sind die jeweilen Perspektiven immer gekennzeichnet so das ich keinerlei Probleme hatte mit dem Wechsel. Durch diese Wechsel empfand ich es als spannend und unvorhersehbar. Gerade die Entwicklung von Opaline und Martha fand ich unglaublich toll. Wie sie sich zur Wehr gesetzt haben und ihre Stimmen gefunden haben, hat mich stolz gemacht. Aber auch Henry ist mir ans Herz gewachsen. Er hatte so eine tollpatschige, humorvolle Art. Aber auch einen starken Willen den Buchladen zu finden.Diese kleinen Liebesgeschichten haben mein Herz erwärmt, aber mich dann auch wieder zerissen und traurig zurück gelassen. Der verschwundene Buchladen ist kein Buch was man nebenbei einfach so weg liest. Man muss sich Zeit nehmen, die Worte genießen und die Geschichte sich entwickeln lassen. Es steckt so viel Kraft, Mut, Hoffnung und Entschlossenheit in den Zeilen, das kann man unmöglich in Worte fassen. Frau Woods greift so viele wichtige Themen in "der verschwundene Buchladen" auf, was man auf den ersten Blick gar nicht erwarten würde. Die Ungerechtigkeit gegenüber Frauen, in der Vergangenheit und auch heute noch. Welche Auswirkungen Gewalt in einer Beziehung hat. Aber auch Alkoholismus ist ein wichtiges Thema, worauf die Autorin sensibel und mit Feingefühl eingeht. Auf den ersten Blick könnte man denken man bekommt eine romantische cozy Geschichte geliefert, voller Zauber und Liebe, aber man darf sich von dem schönen verspielten Cover nicht täuschen lassen. Es steckt so viel mehr in diesem Roman und wird in mir noch lange nachhallen. "Es schien egal, wie talentiert, intelligent oder unabhängig eine Frau gewesen war, sie war immer noch als Eigentum eines Mannes angesehen worden, der mit ihr tun konnte, was immer er wollte." Manchmal sollte man Büchern doch nochmal eine Chance geben, vielleicht war es beim ersten Versuch nicht der richtige Zeitpunkt.. ¿¿