"...Ich habe hier eine Leiche zu viel in meinem Kofferraum, die meiner Toten gerade den Platz wegnimmt..."
Diesen Anruf erhält Kommissar - Anwärter Amun Shahier von seinem Freund Jorge Sachez, dem unter anderem ein Bestattungsunternehmen gehört.
Die Autorin hat einen spannenden Krimi geschrieben. Der Schriftstil ist leicht und locker mit viel Humor, enthält aber auch sehr ernste Passagen und sozialkritische Anmerkungen.
Der Fall landet bei Hauptkommissar Robert Haller, der Amun unter seine Fittiche genommen hat. Haller wird deutlich,wenn er mit irgendetwas nicht einverstanden ist. Dazu gehört, dass Amun ein Dienstwagen verweigert wurde.
"...Allerdings ist das hier die Mordkommission und ich bin Ihr Tutor, nicht Ihr Taxi! Bei unseren Ermittlungen müssen Sie unabhängig von mir sein. Und genau deshalb werde ich unseren verstaubten Korinthenkackern jetzt auch mal ein bisschen die Krawattennadeln verschieben..."
Der Fall erweist sich als komplex. Die 91jährige Tote wurde gewaschen und einbalsamiert, ihre Wohnung komplett ausgeräumt. Ihre rumänische Pflegerin ist nicht auffindbar. Die Tote wurde gekühlt, was gravierende Folgen hat. Bei Danner klingt das so:
"...Je nachdem wo, und bei welcher Temperatur Du eine Leiche lagerst, verlangsamt sich der Verwesungsprozess, oder wird beschleunigt, und mit ihm die uns bekannten Merkmale..."
Ist die Temperatur nicht bekannt, kann der Todeszeitpunkt nicht bestimmt werden.
Mir gefällt, dass auch das Privatleben der Ermittler eine Rolle spielt. Nicht vergessen möchte ich die drei tierischen Protagonisten, darunter zwei ausgewachsene Labradors, die letztendlich an der Aufklärung der Fälle eine wesentlichen Anteil haben. Fälle deshalb, weil weitere Tote in Bestattungsinstitutionen abgelegt werden.
Die Gespräche der Hunde untereinander sind sehr amüsant.
"...Aber wundert mich nicht. Nen richtigen Riecher hatten unsere Menschen ja nie! Bei so wenig Sinneszellen in der Nase könnten sie einem fast schon leidtun..."
Die Geschichte lockt zum Mitraten. Erst am Ende wird wirklich klar, in welche Falle man dabei fast automatisch tappt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.