1938 - Geheime Reichssache als Buch (kartoniert)
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1938 - Geheime Reichssache

Der Weg zur deutschen Atombombe. Empfohlen ab 14 Jahre. Überarbeite 2. Auflage.
Buch (kartoniert)
Eine bibliographische Dokumentation zweier Hauptakteure, deren Spuren unter dem Tarnobjekt "Rübezahl"
vom Riesengebirge bis nach Hiroshima zu finden sind.
Robert Oppenheimer in Amerika und Werner Heisenberg in Deutschland waren Rivalen im Wettstreit um … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: 1938 - Geheime Reichssache
Autor/en: Hans-Ullrich Suckert, Jürgen Zboron

ISBN: 3906212076
EAN: 9783906212074
Der Weg zur deutschen Atombombe.
Empfohlen ab 14 Jahre.
Überarbeite 2. Auflage.
Bearbeitet von Jürgen Zboron
WELTBUCH Verlag GmbH

12. Januar 2017 - kartoniert - 176 Seiten

Beschreibung

Eine bibliographische Dokumentation zweier Hauptakteure, deren Spuren unter dem Tarnobjekt "Rübezahl"
vom Riesengebirge bis nach Hiroshima zu finden sind.
Robert Oppenheimer in Amerika und Werner Heisenberg in Deutschland waren Rivalen im Wettstreit um die erste Atombombe. Die wissenschaftliche Grundlagen zur Kernspaltung des Urans lieferten Otto Hahn, Lise Meitner und Fritz Strassmann 1938 aus Berlin.
Ein "listiger Fuchs" schlich sich in das geheimste US-Labor ein und verriet das Atomgeheimnis von Los Alamos an die Sowjetunion. Im Berliner Privatinstitut von Manfred von Ardenne wurde 1941 eine Studie vorgelegt: "Zur Frage der Auslösung von Kern-Kettenreaktionen". Der in die Geschichte eingegangene Atomspion Klaus Fuchs verriet aus Überzeugung das Atombombengeheimnis der Amerikaner.
Er lehrte zuletzt Physik an der Technischen Universität Dresden und hatte das nuklear militärische Gleichgewicht durch seine Tat zwischen den Großmächten mehr als beeinflusst. Manfred von Ardenne wurde Mitte August 1945 persönlich von Geheimdienstchef Marschall Beria in Moskau beauftragt, am sowjetischen Atomprogramm mitzuarbeiten. Auch er wollte am Gleichgewicht der Kräfte mitwirken.
Eine mobile Abwehreinheit der Amerikaner verfolgte im Februar 1945 auf dem europäischen Kriegsschauplatz drei Hauptziele: die Festnahme der führenden deutschen Atomforscher, die Beschlagnahmung aller die Uranforschung betreffenden Dokumente und Materialien sowie die Demontage oder Zerstörung aller Apparaturen und Ausrüstungen. Sie wollten sich dadurch ihr Atombombenmonopol für alle Ewigkeit sichern.
"1938 - Geheime Reichssache: Der Weg zur deutschen Atombombe" berichtet über eindrucksvolle Lebensläufe von Manfred von Ardenne und Nobelpreisträger Otto Hahn, über einen Zeitraum, in dem die Wissenschaftler aus und in Deutschland mit besonders großem Anteil zum Fortschritt der Naturwissenschaften beitrugen.

Inhaltsverzeichnis

Die Entdeckung 9
Wettlauf um Patente 9
Letzten Kriegswochen 11
Mysteriöser Mühlengrund 12
Von Kleinmachnow nach Moskau 16
Auge um Auge 18
Katze im Fischladen 20
Zamzam 21
"Hinter die Fichte geführt" 23
Die Supersünde 23
Die Büchse der Pandora 30
Vier Glühlampen 32
Die Strahlen 36
Sensationelle Entdeckung 44
Der "Hahn-Effekt" 50
Schicksalsjahr 53
Geheime Programme 54
Schweres Wasser ist keine leichte Sache 57
Farm Hall 61
West gegen Ost 67
Letzte Runde im Bierkeller 73
Ein genialer Außenseiter 75
Hiroshima 87
Die Deutsche Kapitulation 92
Schutzbrief 95
Götterdämmerung 97
Machtwechsel 99
Wo sind die deutschen Atomforscher 101
Der erste Test 106
Fermis Atommeiler 109
Los Alamos 110
Deckname "Sonja" 111
Der "Haufen Narren" 114
Stalins Bombe explodiert 117
"Die Russen kommen" 109
Im Silberwald 124
KGB Befehl 127
Weltmacht Atombombe 130
Adenauer spielt mit 135
Grubenunglück im Uranbergwerk 137
Die Heimkehrer 138
Die Zar-Bombe 139
Der Kaiser lässt forschen 140
Der Rote Baron 141
Der Rundfunkpionier 150
Schicksalsjahre 161
Der Klassenunterschied 165
Mein Sohn trinkt Bier" 167
Otto Hahn und die Bunsengesellschaft 183
Chemie trifft Physik 188
Das Fräulein Doktor 189
Entdeckung seines Lebens 194
Forscher in Feldgrau 195
Der Kaiser dankt ab 198
Weimar 198
Der Beefsteaksturm - Innen rot außen braun 201Amouröse Gespräche 203
Atomstreit im Nachkriegsdeutschland 206
Die Bombe ist geplatzt 208
Vielen Dank 214
Die Autoren 215

Portrait

Hans-Ulrich Suckert, Jahrgang 1946, war gebürtiger Braunschweiger und lebte zuletzt in Görlitz. Er hatte sich als Nachrichtenjournalist, Korrespondent und Pressesprecher einen Namen gemacht, aber auch als Verfasser zahlreicher Beiträge und Bücher zur Geschichte der Deutschen. Uli Suckert wurde mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Er starb im Februar 2016 mit nur 69 Jahren in Görlitz.

Leseprobe

MYSTERIÖSER MÜHLENGRUND
Der Sowjetführung wurde es mehr und mehr suspekt, dass sich Hitlers Truppen gegenüber den Westalliierten immer öfter kampflos ergaben als gegenüber der Roten Armee. Stalins Soldaten galten im Nazireich als minderwertige, nichtarische Untermenschen , gegenüber solchen Zeitgenossen durfte sich der Deutsche Herrenmensch eben nicht ergeben. Es dauerte auch nicht mehr lange, bis aus den von der Weltanschauung her unterschiedlich aufgestellten Verbündeten, gleich nach Ende des Zweiten Weltkrieges, erbitterte Gegner wurden. Der ideologische Grabenkrieg zwischen den Westalliierten und Russland besteht bis zum heutigen Tag.
Im Institut Harrasmühle wurde, wie der englische Geheimdienst herausgefunden hatte, seit einiger Zeit am Zündmechanismus für Atombomben geforscht. Die Amerikaner sackten dann prompt ein was sie im sogenannten Objekt Mühlengrund bei ihrer Eroberung zu fassen bekamen.
Am 1. Juli 1945 wurde ein Besatzerwechsel auf der Linie Sachsen, Thüringen und Mecklenburg vollzogen. Die britisch und amerikanisch besetzten Gebiete wurden bei den Sowjets gegen drei Sektoren von Berlin eingetauscht.
Amis und Engländer verließen stets mit reicher Kriegsbeute ihre eroberten Gebiete. Die Rote Armee übernahm anschließend englische und amerikanische Besatzungsstandorte in Mitteldeutschland.
In Neustadt an der Orla flatterten jetzt die Roten Fahnen. Starsand Strips und britische Nationalflaggen, waren eilig eingerollt worden. Neustadt an der Orla wurde zum neuen sowjetischen Garnisonstützpunkt.
Wieder traten die geheimen Spürnasen auf den Plan, diesmal jedoch von der russischen Aktion Nachlese . Sie hofften vergessene, wissenschaftliche Unterlagen zu entdecken.
Wahrscheinlich aus purer Angst vor den Russen führte der damalige Besitzer der Mühlengebäude das Sowjetische Geheimkommando zu zwei großen Stahlschränken in ein verlassenes Nebenhaus. Hier fanden die NKWD-Agenten dann komplette Ringtrafos, Hochspannungselektrolyten und diverse Elektronenröhren sowie technische Zeichnungen.
Die meisten Dokumentationen und Zeitzeugenberichte enden alle damit, dass in Neustadt an der Orla, Wissenschaftler vom Stierstatt-Institut und vom Kaiser-Wilhelm-Institut am Zündmechanismus für Uran-Atombombe geforscht haben und das technische Konstruktionsprinzip dafür entwarfen.
Ein Blick durchs imaginäre Zeitfenster zwischen der Eroberung von Neustadt an der Orla und der atomaren Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki lässt den Schluss zu, die USA haben den komplizierten Zünder für die Atombombe fix und fertig aus der Harrasmühle mitgenommen.
Staatliche Archive, die eine genaue Auskunft darüber erteilen könnten, unterliegen immer noch der hundertjährigen Sperrfrist, die bis in das Jahr 2045 hineinreicht.
Der abgelegene Mühlengrund, direkt an der Reichsbahnlinie Leipzig Saalfeld gelegen, ist sehr geheimnisumwittert. Hier befand sich auf dem Areal der Harrasmühle ein spektakuläres Geheimlabor mit insgesamt etwa 33 Beschäftigten; davon 22 Wissenschaftler, 6 Laboranten und Zeichner sowie ein Techniker. Leiter der Forschungsstätte: Prof. Dr. Otto Hahn und als Abteilungsleiter fungierte Dr. Stierstadt.
Das fest angestellte Personal des Instituts wohnte in den nahegelegenen Privatquartieren der Gemeinde Lausnitz.
Wenn Professor Hahn im Mühlengrund zu tun hatte, war er, wie man sich im Ort erinnerte, oft zu Gast in der Landfleischerei der Familie List, am Ende des Mühlengrundes. Hier gab es täglich frisch zubereitete Mittagsgerichte. Seltene Genüsse zu Zeiten kriegsbedingter Lebensmittelzuteilungen.
Die Bezeichnung Harrasmühle ist auch der Objektname einer geheimen Reichssache . In der ehemaligen thüringischen Mahlmühle, den Wirtschaftsgebäuden und in der gegenüberliegenden, einst beliebten Gaststätte, die vor dem Umbau Herrenhaus des Mühlenbesitzers war, beschäftigten sich knapp drei Dutzend Wissenschaftler mit besonders kriegswichtigen Forschungsaufgaben.
In der vor Luftangriffen ausgelagerten Forschungsstätte für Kernphysik des Kaiser-Wilhelm-Instituts und des privat geleiteten Instituts Dr. Stierstadt war man zwischen den Jahren 1943 bis 1945 unter ständiger Beobachtung alliierter Spione. Das Objekt Harrasmühle zählte mit zu den wichtigen alliierten Ausspähungsobjekten des Zweiten Weltkrieges.
Am 5. Dezember 1944 gegen 21.50 Uhr warf im Rahmen einer ausgeklügelten Geheimdienstaktion ein Bomber von der britischen Royal Air Force, eine schwere Luftmine auf die Kernphysikalische Forschungsstätte Harrasmühle ab. Der spezielle Explosionskörper sollte per Fallschirm direkt ins Ziel gleiten. Er landete jedoch etwas abseits, hinter einem Berghang. In unmittelbarer Nähe der Forschungsstätte löste die Fallschirmbombe zwar lautstark, aber nahezu wirkungslos eine heftige Druckwelle aus. Am Zielobjekt Institut entstand nur geringer Sachschaden. In den Ortschaften Neunhofen und Lausnitz wurden aber viele Fenster zertrümmert und Dächer abgedeckt.
Bis zur Kapitulation der Wehrmacht konnten die Wissenschaftler im Mühlengrund nahezu ungestört forschen. Nach dem einmalig gebliebenen Bombenangriff wurde die Harrasmühle, einschließlich der Nebengebäude, postwendend von deutschen Soldaten und mittels Hilfe einer Flug-Leitstation der Luftwaffe rund um die Uhr gesichert.
Seit der Befreiung Deutschlands bemühten sich die Siegermächte vehement, die deutsche Wissenschaftsleistung und Ingenieurkunst nicht nur auf dem Gebiet der Atomforschung herunter zuspielen. Alliierte Beutezüge sollten im Nachhinein nicht bekannt werden.
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