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"Die Liebe sei Euer Heldentum"

Geschlecht und Nation in völkischen Vereinen der Habsburgermonarchie. Dissertationsschrift.
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Nation und Geschlecht in Österreich
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Produktdetails

Titel: "Die Liebe sei Euer Heldentum"
Autor/en: Heidrun Zettelbauer

ISBN: 3593377489
EAN: 9783593377483
Geschlecht und Nation in völkischen Vereinen der Habsburgermonarchie. Dissertationsschrift.
Campus Verlag

12. September 2005 - kartoniert - 516 Seiten

Beschreibung

Nicht nur im deutschen Kaiserreich, auch in der österreichischen Habsburgermonarchie gab es einen völkisch orientierten Deutschnationalismus. Die Autorin zeigt, wie innerhalb des deutschnationalen Milieus Geschlechteridentitäten definiert wurden, und welche Aufgaben Frauen für Volk und Nation zu erfüllen hatten. Sie untersucht, wie sich diese Diskurse in Politik und Alltag um 1900, aber auch auf die soziale Lebenspraxis von Funktionärinnen und Politikerinnen deutschnationalvölkischer Vereine auswirkten. Indem sie deutlich macht, dass über nationalistische Werte weibliche und männliche Identitäten hergestellt werden, vermittelt Heidrun Zettelbauer wichtige Erkenntnisse über den Zusammenhang von Geschlecht und Nation.

Inhaltsverzeichnis

Danksagung

1. Einführung: Aktuelle Perspektiven auf Geschlecht und Nation in
Zentraleuropa um 1900
2. Theoretische Positionierungen: Geschlecht als
kulturwissenschaftliche Forschungsperspektive
Der Linguistic Turn und die Geschlechtergeschichte
Das historisch-soziologische Gender-Konzept von Joan Wallach Scott
Identitätstheorien zwischen Empowerment und Dekonstruktion
Debatten zur Differenz zwischen Frauen

3. Gendered Nations: Theorien - Debatten - Kritik
Nationskonzepte: Modelle - Begriffe - Fragestellungen
Kritische Positionen zu geschlechterblinden Nationstheorien
Soziologisch-historische Ansätze zu Nation und Geschlecht
Psychoanalytische Ansätze zu Nation und Geschlecht
Nationale Orte: Forschungsstand, Desiderata, neue Fragestellungen
4. Kontexte deutschnationaler Identitätsstiftung
Ambivalenzen der Moderne
Deutschnationale Politik und ihre Geschlechtervisionen
Die deutschnationale Schul- und Schutzvereinsbewegung
Organisationsstrukturen des Vereins Südmark

5. Südmark-Aktivistinnen von 1894 bis 1914
Unpolitische Politisierung
Das Geschlechterverhältnis im Verein Südmark in Zahlen
Südmark-Funktionärinnen 1894 bis 1914
Soziale Schichtungen
Familiäre Beziehungen im Verein Südmark

6. Geschlechteridentität(en) in völkischen Vereinen
Geschlechtsspezifische Konzepte nationaler Identität
Geschlechtsspezifische Konzepte nationaler Alterität

7. Völkische Lebenswelten und ihre Geschlechterordnungen
Die Formung der alltags-kulturellen Lebenswelt als
'genuin weibliche' Pflicht
Völkische Codierungen von Sprache
Literatur und Presse als Vermittlungsmedien völkischer Identität
Ordnende Fiktionen: Die Geschlechterspezifik
völkischer Gedächtnisorte
Wohnkultur als Deklaration völkischer Identität
Noch mehr völkische (Er-)Lebensräume

8. Völkische Entwürfe weiblicher Körperidentität(en)
Konstruktionen des schönen Frauenkörpers
Körperdisziplinierung durch Kleidung und Mode
Der gebärende Frauenkörper, Mutterschaft und die
Reproduktion der Nation
Gesunde und kranke Körper
Gender in organizistischen Modellen von Volk und Nation
Zur Kontrolle weiblicher Sexualität und Gebärfähigkeit

9. Notizen aus dem Leben deutschnational-völkischer Frauen
Völkische (Geschlechter-)Identität als Kunstreligion
Doing Gender and National Identity
Argumentationsstrategien zur Frauen- und Mädchenbildung
Biographische Annäherungen
Das 'nationale Erweckungserlebnis' von Ida Maria
Deschmann (1886-1976)
Emma Rößler (1867-1914)
Aus dem Leben Karoline Kreuter-Gallés (1856-1932)

10. Resumée

Epilog
Literatur- und Quellenverzeichnis
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Personenregister

Portrait

Heidrun Zettelbauer, Mag. Dr., ist Universitätslektorin in Graz und Wien.

Leseprobe

4. Kontexte deutschnationaler Identitätsstiftung (S. 97-98)

Dem Mann der Staat, der Frau die Familie!

Der Mann ist nur in gewissen Augenblicken Mann, die Frau aber [ist] ihr ganzes Leben lang Frau [...] Alles erinnert sie unaufhörlich an ihr Geschlecht.

Jean-Jacques Rousseau: Emile oder Über die Erziehung

Im Oktober 1893 ereilte ein ehrenvolle[r] Ruf [...] die deutschen Frauen von Graz: in der Steirischen Hausfrauenzeitung, einer Beilage zum radikal-deutschnationalen Grazer Tagblatt, erschien ein Artikel mit der dringenden Aufforderung an die Grazer Frauen, im Rahmen des deutschnationalen Vereins Südmark Frauenortsgruppen zu gründen. Als Folge entstand in Graz eine der ersten Frauenortsgruppen des Vereins, neben zwei weiteren, die im selben Jahr in Cilli/Celje und Pettau/Ptuj eingerichtet wurden. Die Grazer Frauenortsgruppe sollte sich im Laufe der folgenden 25 Jahre zur zahlenmäßig größten Frauengruppe neben Villach, Salzburg sowie Marburg an der Drau/Maribor entwickeln und im Jahr 1913 über 500 Mitgliederinnen zählen. Allein diese Mitgliederzahlen der Frauenortsgruppe Graz dokumentieren das gelungene deutschnationale Mobilisierungsprojekt des Vereins Südmark. Dabei stellt sich die Frage, inwiefern sich dieser Verein als signifikant für die Prozesse der Verknüpfung nationaler und geschlechterspezifischer Identität am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Habsburgermonarchie erwies? Vor welchem politischen, gesellschaftlichen und sozio-ökonomischen Hintergrund fand die geglückte Mobilisierung von Frauen für deutschnationale Anliegen statt? Warum ist gerade in Graz die Nationalisierung von Frauen in dem Maß erfolgt, wie die zahlenmäßige Erfolgsstatistik der Südmark vermuten lässt? Im folgenden Kapitel werden jene Kontexte, Strukturen und Rahmenbedingungen abgesteckt, in denen deutschnationale Geschlechteridentität am Ende des 19. Jahrhunderts erfahren
werden konnte. Es befasst sich mit den Auswirkungen der Modernisierung in der Habsburgermonarchie aus einer geschlechtergeschichtlichen Perspektive und fokussiert die Entwicklung der deutschnationalen Bewegung mit ihren Entwicklungssträngen von einem ursprünglichen Randphänomen hin zu einer Massenbewegung. Im Zentrum stehen dabei vor allem die Entstehungsbedingungen der deutschnationalen Schul- und Schutz-Vereine im Allgemeinen und jene des Vereins Südmark im Besonderen. Die Positionierung des untersuchten politischen Spektrums im Rahmen der sozio-kulturellen und politischen Gegebenheiten Zentraleuropas gilt es dabei ebenso zu berücksichtigen wie eine nähere Bestimmung des geographischen Raumes, in dem das untersuchte politische Milieu zu verankern ist, und in dem es sich entfaltete. Anschließend erfolgt ein Zoom in die konkreten vereinsstrukturellen Bedingungen für die Durchsetzung deutschnationaler Identität am Beispiel des Vereins Südmark. Dieser Verein war zentraler Bestandteil des deutschnationalen Milieus der Habsburgermonarchie und arbeitete an der Forumung eines völkischen Kommunikationsraumes mit. Der Begriff vom deutschnationalen Milieu soll an dieser Stelle eingeführt werden, um eine möglichst weiche Definition der untersuchten politischen Gruppierung zu erlauben. Milieu dient in erster Linie der Abgrenzung vom Begriff des politischen Lagers. Johanna Gehmacher hat in ihrer Analyse des deutschnationalen Milieus in der Ersten Republik darauf hingewiesen, dass die These von Adam Wandruszka hinsichtlich einer 3-Lager-Teilung (Sozialdemokratie, Christlichsoziale und nationales Lager) als problematisch einzustufen ist. Erstens, weil in der konkreten politischen Praxis auf inhaltlicher Ebene vielfach eine Überschreitung der Lagergrenzen passierte und zweitens, weil eine solche Einteilung auch die interne Differenzierung etwa in national und liberal weitgehend ausblendet. Gerade dieser Punkt erweist sich allerdings als zentral für eine adäquate Differenzierung de
r politischen Verhältnisse im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts.


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