
Besprechung vom 30.10.2025
Wandern und entspannen
Der Herbst ist da - und die Wandersaison wieder in vollem Gange. Und damit stellt sich auch die Frage: Wie bekommt man Kinder dazu, dass sie sich einem Wanderausflug gerne anschließen? Mit der immergleichen Tour durch den Frankfurter Stadtwald dürften Eltern nur bedingt für Begeisterung sorgen. Es müssen also neue spannendere Routen her.
Dabei kann nun ein Buch helfen, das schon in diesem Sommer im Droste-Verlag erschienen ist: Für ihren Band "Wandern für die Seele - in und um Frankfurt" für 18 Euro hat die Journalistin Ines Stickler zwanzig sehr unterschiedliche Touren zusammengestellt, die sich für einen Familienausflug gut eignen. "Wohlfühlwege" nennt sie ihre Routen. In fünf Kategorien hat die Autorin ihre Wanderungen aufgeteilt.
Unter "Auszeiten" fasst sie Touren zusammen, die in die Natur führen: Da gibt es dann etwa eine Runde durch den Wald bei Idstein im Taunus oder eine Wanderung rund um den Frankfurter Lohrberg. Auf den "Weitblicke"-Routen kann man schöne Aussichten und Fernblicke genießen, beispielsweise auf den Obstwiesen bei Kronberg oder bei einer Winterwanderung zum Altkönig.
"Genuss"-Touren gibt es in Sticklers Buch auch. Dabei streift man etwa nach einer Wanderung am Mainufer und einer kurzen Fährfahrt schließlich durch Seligenstadt und kehrt im charmanten Klostercafé ein, um Kuchen oder Weißwürste zu essen. Das Besondere: Im Café arbeitet Personal mit Behinderung. Inklusion ist dort keine Floskel, sondern Alltag.
Unter der Kategorie "Entschleunigung" fasst Stickler Touren zusammen, bei denen man an Frankfurter "Ruheorten" wie dem Palmengarten, dem Naturschutzgebiet Berger Hang oder dem Nizzagarten am Mainufer vorbeikommt. Dass die Mainmetropole ihren Ruf als hektisches und anstrengendes Pflaster oft zu Unrecht trägt, machen diese Routen deutlich.
Und dann gibt es schließlich noch die "Erfrischungen": Wanderungen, die zu Seen, Flüssen und Bächen führen. Die Schwanheimer Düne im Westen Frankfurts und der Offenbacher Wetterpark werden dabei angesteuert, in Bad Vilbel läuft man an der Nidda entlang, von Hanau aus geht es ans Mainufer und dann zu den Seen bei Mühlheim.
Die Touren in "Wandern für die Seele" sind anschaulich beschrieben, Informationen zur Beschaffenheit der Wege, der Länge der Routen, der Anfahrt (viele Wanderungen sind mit dem öffentlichen Nahverkehr einfach zu erreichen) und Tipps für eine Pause zwischendurch hat die Autorin übersichtlich zusammengefasst. Und weil die Touren auch nie zu lang ausfallen, kann man mit diesem Buch sicherlich leicht einige neue Lieblingsrouten für Familienausflüge finden. ALEXANDER JÜRGS
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