Der Einstieg in "Reign of Gods" von Isabel Clivia war für mich direkt ein Pluspunkt. Man wird sofort mit einer actionreichen Kampfszene reingeworfen und bekommt dabei gleich ein gutes Gefühl für Kassandras hitzigen und mutigen Charakter. Ich war also direkt im Geschehen drin und mochte auch, wie sich der Plot dann nach und nach, Szene für Szene, entfaltet hat.Vor allem fand ich es schön zu sehen, warum Kassandra überhaupt an den Trials teilnimmt. Nicht nur, weil sie muss, sondern hauptsächlich für ihre Schwestern und um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Das zeigt sehr deutlich, wie loyal und aufopferungsvoll sie ist, was ich wirklich mochte.Auch Ithas als erster Love Interest hat mir gut gefallen. Er ist für sie da, unterstützt sie, obwohl er es eigentlich nicht darf, und man merkt bei jeder Begegnung, dass er sie wirklich mag. Ithas ist ein absoluter Good Guy/ Green Flag und ich hätte ihn gerne an ihrer Seite gesehen. Denn die beiden und vor allem Ithas hatte für mich etwas Greifbares und war auch emotional nachvollziehbar.Was ich allerdings gar nicht mochte, war das Liebesdreieck! Das hat sich für mich einfach total unnötig angefühlt. Warum macht Kassandra zuerst mit Ithas rum - ein wirklich toller, attraktiver Charakter - nur um fünf Minuten später Ares, den Kriegsgott, beim Training anzuschmachten, der ganz offensichtlich auf sie steht? Wobei sie sich ebenfalls näher kommen (zwar ohne Rumgemache, aber dennoch)Für mich war das leider überhaupt nicht nachvollziehbar. Die beiden haben gefühlt kaum echte Gespräche miteinander, stattdessen wird hauptsächlich gestritten. Diese ganze Entwicklung der Romanze hat mich deshalb nicht abgeholt, sondern eher genervt. :/Auch die ernsten Themen fand ich grundsätzlich wichtig. Gerade in Bezug darauf, dass Frauen keine Gewalt erfahren sollten und dass Zusammenhalt zwischen der Frauengruppe eine große Rolle spielt. Aber hier war es mir einfach etwas zu viel. Zu viel Leid, zu sehr mit dem erhobenen Zeigefinger erzählt, sodass es für mich irgendwann nicht mehr ganz stimmig war. Und leider hat mir auch ein ausreichendes Worldbuilding gefehlt, das diese Welt mehr erklärt hätte. Manchmal fühlte ich mich etwas in der Luft hängen gelassenn.Und das Ende? Fand ich spannend und es macht definitiv neugierig auf den zweiten Band. Für mich wirkt es so, als würde die Geschichte dann nochmal eine vollkommen andere Richtung einschlagen, was ich interessant finde.Trotz des wirklich schönen Schreibstils konnte mich die Handlung und vor allem die Figuren nicht ganz abholen. Besonders die Liebesgeschichten haben es für mich etwas "kaputt gemacht", genauso wie dieser leicht belehrende Unterton. Alles in allem war es zwar ein unterhaltsames Buch, aber ich hätte mir irgendwie mehr erhofft. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich schon zu viele Trial-Geschichten gelesen habe und sich einiges einfach sehr ähnlich angefühlt hat. Ich weiß es nicht so genau.Dennoch ist es sicher ein Buch für alle, die gerne Geschichten mit griechischer Mythologie lesen und solche Settings mögen, daher 3,5 Sterne.