Ein herrlich gemütlicher Landkrimi zum Schmunzeln und Miträtseln
Fanni Rot ist Hausfrau, Ehefrau und Mutter mit Leib und Seele und sehr zufrieden damit. Als eines Tages auf ihrer Grundstücksgrenze die junge Nachbarin einen gewaltsamen Tod findet, sind ihre Sinne geweckt. Die Meinungen über die Frau sind zwiespältig, doch wer hat ihr ernsthaft nach dem Leben getrachtet? Fanni und Kommissar Sprudel machen sich auf eine heimliche Spurensuche. Das Cover passt sehr gut zum Inhalt, denn die Tote, eine ehemalige Prostituierte und damit im Dorf sehr verrufen, hat auf Nachbars Bauernhof eingeheiratet. Schnell hat die Polizei einen Täter im Visier, doch Fanni, gar nicht so sehr die Landpomeranze, wie man meinen möchte, hat berechtigte Zweifel. Jutta Mehler schreibt so flüssig und detailreich, aber trotzdem geradlinig und schnörkellos, dass ich mich sofort mitten im Geschehen befand. Das Dorfleben, die geschwätzige Nachbarschaft und Fannis Familienleben sind einerseits heimelig und erinnern an die gute alte Zeit der Rollenverteilung, andererseits versteht man schnell, dass die liebenswerte und bescheidene Protagonistin keinesfalls auf den Kopf gefallen ist. Mir hat das Setting ausgesprochen gut gefallen, Fanni ist richtig sympathisch und der Fall ist undurchsichtig und spannend, denn es passieren auch einige unerklärliche mysteriöse Vorfälle. Ich finde, Saure Milch ist ein herrlich humorvoller Cosycrime mit angenehmer und gemütlicher niederbayerischer Atmosphäre, der mich unbedingt neugierig auf die Folgebände macht!