Leider lässt mich diese Geschichte etwas gespalten zurück, aber eines nach dem anderen. Im Mittelpunkt des Romans stehen Rosina und Mario, die Restauratorin und der Ex-Kardinal. Das klingt nicht nur nach einer sehr eigenwilligen Kombination, sondern ist es auch. Die Figuren sind besonders und gut ausgearbeitet. Auf die Idee, eine Restauratorin und einen tätowierten Ex-Kardinal gemeinsame Sache machen zu lassen, muss man erst einmal kommen. Auch das Flair am Gardasee, die italienische Lebensart sowie die Küche kommen hervorragend zur Geltung. Man sollte das Buch also am besten nicht hungrig lesen, sonst könnte einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, wenn Rosina zum Kochlöffel greift. Am Anfang musste ich mich etwas an die eigenwillige Erzählweise gewöhnen. Die Ich-Erzählerin, Rosinas beste Freundin, bleibt lange namenslos, und zu Beginn jedes Kapitels findet man eine Zusammenfassung besonderer Art. Mit diesen Zusammenfassungen konnte ich nicht so recht etwas anfangen. Zum einen hatte ich Angst, mich selbst zu spoilern, zum anderen waren sie recht nichtssagend und trugen kaum etwas zur Geschichte bei. Die Geschichte ist sehr humorvoll und stellenweise auch cozy angelegt. Sehr interessant fand ich die kunstgeschichtlichen Passagen und die kulturellen Aspekte des Romans, allerdings sind diese sicherlich nicht für jede Leserin und jeden Leser gleichermaßen spannend. Was mir etwas gefehlt hat, war der Krimi-Anteil und der damit verbundene rote Faden. Dieser hätte stärker herausgearbeitet werden können, damit der Untertitel des Buches "Ein Gardasee-Krimi" besser zutrifft. Die Ermittlungsarbeit basiert größtenteils auf Zufällen und kommt erst sehr spät in Gang. Auch dass im gesamten Roman keine Polizei auftaucht, ist zwar nachvollziehbar, bleibt aber dennoch gewöhnungsbedürftig.