Worum geht es?
Jaga lebt ausgegrenzt von der Dorfgemeinschaft, da sie nicht wie geplant zur nächsten Seherin ernannt wurde. Für sie bleibt nur Spott und Häme übrig, bis bei einem Ritual der Teufel ein Auge auf die junge Frau wirft und sie in sein Zentrum rückt.
Worum geht es wirklich?
Anerkennung, Begehren und Besitz.
Lesenswert?
Ja, hat mir wirklich sehr gut gefallen. Jaga ist eine Außenseiterin im Dorf, die bei den ganzen Bräuchen kaum involviert wird und über die der Rest eher lacht. Sie ist als Hexe verschrien und muss sich immer wieder unter Beweis stellen. In einer magischen Nacht voller Rituale im Dorf erscheinen die Götter den Dorfbewohner*innen. Unter ihnen auch der Teufel leibhaftig, der seinen Blick nicht mehr von Jaga abwenden kann und alles daran setzt, sie für sich einzunehmen. Doch Jaga geht nur zögerlich darauf ein, schließlich hat sie ganz eigene Pläne und Wünsche und ist nicht bereit jemandes Spielball zu sein.
Der Ort und die Sagen sind von der slawischen Mythologie inspiriert und die Autorin schafft es vorzüglich, ihrer ganzen Welt Leben einzuhauchen. Man konnte sich alles so gut und genau vorstellen, die Seiten flogen nur so dahin weil man wie gebannt war.
Die Interaktion zwischen Jaga und Woland ist sehr zwiespältig. Manchmal schön und nahezu zärtlich, dann wieder grob und auch toxisch. Schließlich handelt es sich bei dem Teufel um ein altes Wesen und bei Jaga um eine junge Sterbliche. Für diesen Machtunterschied nahezu erstaunlich schafft es Jaga doch immer wieder, selbst Kontrolle zu erhalten und den Teufel in seine Grenzen zu weisen. Ich kann diese Verbindung nur schwer beurteilen, fand es jedoch sehr gut beschrieben und manche Szenen auch heiß. Wolands Verhalten ist oft abstoßend, aber Jaga ist eine super sympathische Protagonistin, weil sie nicht nur gut und redlich ist, sondern ihr Streben nach Macht zugibt und danach handelt.
Das Ende kam für mich überraschend und macht definitiv neugierig auf Band 2 der Reihe.
Ich kann das Buch empfehlen, wenn man richtig in eine Welt abtauchen will, dabei aber moralisch ausblenden kann, dass man hier ein ungleiches Duo hinsichtlich Macht begleiten. Habe das Buch an einem Wochenende verschlungen!