Eine Reise nach Moskau und Sankt Petersburg, zur Wolga und zum Schwarzen Meer, in den Kaliningrad Oblast und mit der transsibirischen Eisenbahn von Moskau bis zum Pazifik.
Russland sprengt alle Dimensionen. Als kompakte Landmasse zwischen Sankt Petersburg und Kamtschatka bildet es den Rücken der Welt. Neun Stunden kann man vom Baltischen Meer aus immer weiter nach Osten fliegen, ehe man die Grenze Russlands am Pazifik erreicht, eine flache Unendlichkeit aus Ebenen, Flüssen und Sümpfen, unterbrochen einzig vom bescheidenen Uralgebirge, das Europa von Asien trennt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. In diesem schier unendlichen Land lebt eines der großen Kulturvölker Europas, dessen Geschichte auf enge, mitunter tragische Weise mit der europäischen, insbesondere mit der deutschen verbunden ist. Ludwig Witzani hat Russland auf fünf ausgedehnten Reisen erkundet und traf dabei auf viel Skepsis gegenüber dem Westen, aber auch auf Gastfreundschaft und die Hoffnung auf Verständigung und Frieden. In Moskau und Sankt Petersburg begegnet er zwei europäischen Metropolen auf halbem Weg zwischen Despotie und Freiheit. Im Stalingradmuseum von Wolgograd werden die Entsetzlichkeiten des Zweiten Weltkrieges lebendig, und auf der Halbinsel Krim träumt Russland seinen Traum vom südlichen Meer. Der Kaliningrad Oblast kommt daher wie ein Palimpsest, auf dem die deutschen Ursprünge kaum noch erkennbar sind. Und in Kamtschatka erlebt der Reisende das Ende der Welt am Ufer des eiskalten Nordpazifiks. In einem eigenen Kapitel wird das spannungsreiche Mit- und Gegeneinander von Russen Ukrainern in der Geschichte beschreiben. Das Buch endet ohne eine bündige Botschaft, außer der, hinzureisen und selbst zu sehen, denn es gibt keinen besseren Weg zur Völkerverständigung.