In ihrem 6. Gartenkrimi rund um Hilda und Vera Horwath finden wir uns plötzlich Ereignissen aus den 1970er-Jahren gegenüber, die einen Einblick in das Leben einer Kommune gewährt. Doch der Reihe nach!
Zunächst wollen die Mitglieder des Gartenklubs eigentlich nur den spektakulären Wüstengarten des Ehepaares Wurglitsch besichtigen, als sie über den leblosen Körper von Uwe Rohbeuschel stolpern. Eigentlich müsste er tot sein, doch Rohbeuschel erwacht im Leichensack. In seiner Empörung erzählt er von Weinberghexen, die ihn attackiert hätten. Nun ja, mit knapp 5 Promille sieht einer weiße Mäuse und ein anderer eben Weinberghexen. Sofort beginnt der Klub zu recherchieren
Nahezu gleichzeitig zettelt Hilda eine Protestaktion gegen die Schließung des örtlichen Supermarkts an, rammt dabei einen dabei einen Gegner solcher Aufstände, Ludwig, der ihr wenig später aus vollem Herzen dafür dankt, bekommt er doch wegen dieses Attentates sofort eine künstliche Hüfte, statt Monate darauf zu warten. Doch Ludwig hat noch andere Sorgen. Seine Schwester wollte ihn hier im Südburgenland treffen und ist bislang nicht aufgetaucht. Mit Hilfe von Vera und der Kriminalbeamtin Marlies Murlasits gelingt es, (auf nicht immer ganz legalen Wegen) eine Spur zu der Vermissten zu finden, deren Mietwagen seit längerem auf dem Parkplatz vor dem Lokal des örtlichen Gin-Produzenten, dem Dunkel Tom, den auch Vera besser kennt, als ihr gut tut, geparkt ist. Die einzige Spur zu Ludwigs Schwester sind zahlreiche SMS, die Drohungen gegen das Ehepaar Wurglitsch ausstoßen und tief in die Vergangenheit zu einer Sekte in die 1970er-Jahre führt.
Meine Meinung:
Was für ein kolossales Durcheinander! Keine Angst, Schritt für Schritt wird alles penibel aufgelöst. Die Gemeinschaftsarbeit Kriminalpolizei, Journalistin Vera sowie Hilda und die Gartenfreundinnen, die von nun an durch Felix Csar, Tierarzt im benachbarten Buchenschachen, verstärkt werden, führt uns tief in die Vergangenheit einer Kommune, die an jene von Otto Mühl und seinen Friedrichshof angelehnt ist, wie Autorin Martina Parker im Nachwort erzählt.
Auch Oma Hildes Protestaktion zur Rettung des Nahversorgers hat ein reales Vorbild. Als im August 2023 ein Supermarktkonzern ausgerechnet jene Filiale, die in rund 750 Schritt Entfernung zum Oberwarter Pensionistenheim liegt, schließen will, machen die Pensionisten mobil. Unterstützung erhalten die wehrhaften Rentner vom Oberwarter Bürgermeister Georg Rosner, den ich ganz gut kenne.
Wie immer bevölkern zahlreiche skurrile Charaktere den Krimi. Zu den bekannten Originalen kommt mit Chefinspektor Marvin Pauser, der den, auf Reha weilenden Vorgesetzen von Marlies, Franz Grandits, vertritt, ein besonders fieses Exemplar an Frauenhass und Eigenbrötelei, ans Tageslicht. Das Gute ist, seine Tage sind gezählt, aber bis dahin hat Marlies einiges an blöden Machosprüchen auszuhalten.
Wie schon in den fünf Vorgängern gibt es zu Beginn jedes Kapitels eine interessante Information zu Flora oder Fauna. Ebenso dürfen einzelne Einheimische im südburgenländischen Dialekt sprechen, eine Übersetzung wird natürlich angeboten.
Wie es mit Hilda und Ludwig weitergeht, erfahren wir hoffentlich bald in einem 7. Band.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Krimi, der beste Krimi-Unterhaltung ist, 5 Sterne und eine Leseempfehlung für die ganze Reihe.