Keine DR aber ¿ Leichte Mafia-Story, viel Spice, Humor und Gefühl. Perfekt für einen Leseabend ohne Leidensdruck, aber mit Herzklopfen.¿¿
¿¿ Der Pakhanist für mich eine dieser Geschichten, bei denen das Etikett nicht ganz zum Inhalt passt - und das meine ich absolut wohlwollend. Als Dark Romance beworben, entpuppt sich das Buch eher als süße, spicy Mafia Romance mit Humor, Herz und erstaunlich gesunden Beziehungsdynamiken. Zum Glück mag ich beides, sonst wäre ich vermutlich irritiert gewesen.¿¿¿ Auch das "Enemies to Lovers" auf dem Cover ist... nun ja. Sehr kurz. Wirklich sehr kurz. Vielleicht 30 Seiten? Danach kooperiert Nina, und wir bewegen uns eher im BereichFake Datingmit gefährlichen Männern oderArranged Marriage. Aber ehrlich gesagt: Es funktioniert. Ich war gut unterhalten, habe viel geschmunzelt und das Buch praktisch in einem Rutsch gelesen.¿¿¿ Was mir besonders gefallen hat: Die Beziehung zwischen Nina und Roman ist überraschend respektvoll, grenzwahrend und von viel trockenem Humor geprägt. Ja, es gibt genügend Spice. Ja, Roman ist ein Mafia-Boss und definitiv nicht gesetzestreu. Aber das Dunkle entsteht hier eher durch das Setting als durch toxische Beziehungsdynamiken. Eine einzelne Szene am Ende oder Rückblicke machen daraus auch keine klassische Dark Romance - selbst wenn es da für jemand namens Bryan sehr unangenehm wird.¿¿ Die Mafia-Handlung selbst bleibt eher Hintergrundrauschen: Drogen-Deals klappen oder klappen nicht, es gibt Treffen mit Lokalflair, aber keine große, durchgetaktete Crime-Story. Und das ist völlig okay. Stattdessen fand ich es richtig stark, dass Romans körperliche Einschränkung thematisiert wird - inklusive der Unsicherheiten, die damit einhergehen. Das ist sensibel, selbstverständlich und gut in die Geschichte eingebettet.¿¿ Nina ist für mich das heimliche Highlight. Ich hätte sie gern als Freundin, denn mit ihr wird es garantiert nie langweilig. Sie ist frech, selbstbewusst, unkonventionell - und vor allem: klug. Sie jammert nicht, läuft nicht weg, macht sich nicht selbst klein und sabotiert sich nicht emotional, wie es Dark-Romance-Heldinnen leider oft tun. Stattdessen analysiert sie die Situation, setzt klare Grenzen und sagt sinngemäß: "Würde es etwas ändern? Nein. Also mache ich das Beste daraus." Ich habe sie dafür geliebt.¿¿ Roman wiederum ist genau das, was man sich von einem Mafia-Boss in einer Romance wünscht: skrupellos, berechnend - und sobald es um Nina geht, gefährlich weich. Kein Good Guy, aber definitiv schmelzfähig. Die Chemie stimmt, die Gefühle sind da, und die Geschichte schafft es, trotz Leichtigkeit emotional zu werden.¿¿ Ja, am Ende gibt es einen kleinen Trope-Aussetzer, wie man ihn aus Arranged Marriage-Stories kennt. Aber ich verzeihe ihn großzügig. Das Happy End ist süß, stimmig und macht Lust auf mehr. Und die Bonuskapitel rund um Igor und Romans weit entfernte Familienzukunft? Einfach Zucker.¿¿¿ Unterm Strich ist Der Pakhan keine Dark Romance im klassischen Sinne - sondern eine warmherzige, spicy Mafia Love Story mit Humor, Herz und einer großartigen Heldin. Perfekt für einen entspannten Leseabend, bei dem man nicht leiden, sondern genießen möchte.