Die Hauptfigur Betty Papst stammt aus einer Bestatterfamilie - ein Beruf, den sie selbst allerdings nie ergreifen wollte. Stattdessen arbeitet sie sich mit einem Studium zur Assistenzärztin hoch und baut sich ein eigenes Leben auf. Als ihre Beziehung in eine Krise gerät, kehrt sie jedoch vorübergehend zu ihrer Familie zurück, um Kraft zu tanken. Doch schon bald wird sie mit ihrem alten Umfeld stärker konfrontiert, als ihr lieb ist: Auf dem Tisch ihres Vaters liegt eine Leiche, deren Tod nicht ganz so eindeutig erscheint, wie es zunächst wirkt.Betty ist neugierig, klug und kann das Nachforschen einfach nicht lassen. Aus dieser Neugier heraus entwickelt sich eine Geschichte, die gleichzeitig Krimi, Familiengeschichte und persönliche Selbstsuche ist.Besonders gelungen ist dabei der Ton des Buches. Obwohl sich vieles um das Thema Tod dreht, wirkt die Geschichte keineswegs bedrückend. Im Gegenteil: Der Humor zieht sich durch das ganze Buch und sorgt dafür, dass auch ernste Themen mit einer angenehmen Leichtigkeit erzählt werden. Dabei werden immer wieder Gedanken zur Verbindung von körperlicher und seelischer Gesundheit angestoßen - subtil, ohne belehrend zu wirken.Auch die Figuren haben mir gut gefallen. Die Familie ist nicht einfach nur harmonisch und "heil", sondern bringt ihre eigenen Konflikte und Verletzungen mit. Gerade diese kleinen Spannungen machen die Charaktere glaubwürdig. Man bekommt ein gutes Gefühl dafür, wie die einzelnen Personen ticken, und kann sich gut vorstellen, wie sie sich auch außerhalb der Geschichte verhalten würden.Der Schreibstil ist angenehm leicht, schnell zu lesen und sehr zugänglich. Das Buch liest sich beinahe in einem Zug.Beim Lesen musste ich immer wieder an die Atmosphäre von Miss Marple denken. Diese Mischung aus neugieriger Ermittlerin, Alltagsbeobachtungen und charmantem Humor erinnert ein wenig an die klassischen Geschichten von Agatha Christie. Tatsächlich hat mich das Buch sogar dazu gebracht, wieder Lust auf einen alten Miss-Marple-Film zu bekommen.Insgesamt ist Betty Papst - Sarg niemals nie ein unterhaltsamer, humorvoller und zugleich nachdenklicher Roman über Familie, Selbstfindung und die Frage, welche Wege man im Leben einschlägt - manchmal auch ganz andere als ursprünglich geplant.