Anders als zuvor die Bände, spielt dieser ein wenig weiter in der Zukunft. Was einem gut gefällt, aber man irgendwie sich noch mehr erhofft.
Der finale Band der Legacy of Gods-Reihe von Rina Kent bringt endlich die Geschichte von Eli King und Ava Nash - und ehrlich gesagt: Es wurde auch Zeit.Was kann schon passieren, wenn man sich an die letzten zwei Jahre seines Lebens nicht mehr erinnert und plötzlich mit dem Mann verheiratet ist, den man am meisten hasst? Genau das passiert Ava, als sie im Krankenhaus aufwacht - in einem Kittel, völlig verwirrt - und ausgerechnet Eli King an ihrem Bett sitzt. Noch schlimmer: Alle nennen sie plötzlich Mrs. King. Ein absoluter Albtraum... oder vielleicht doch nicht?Ava und Eli könnten kaum unterschiedlicher sein. Sie ist laut, impulsiv, eine absolute Partymaus. Er dagegen ruhig, kontrolliert und düster. Und trotzdem ist da diese schwer greifbare Verbindung zwischen ihnen, die sich nicht einfach erklären lässt. Statt Abstand zu halten, treiben sie sich gegenseitig immer weiter an ihre Grenzen - sabotieren Beziehungen, spielen Machtspielchen und verstricken sich in eine Dynamik, die gleichzeitig fesselnd und extrem anstrengend sein kann.Und genau hier liegt auch einer der größten Kritikpunkte: Die Toxizität zwischen den beiden ist stellenweise so intensiv, dass man zwischendurch wirklich kurz davor ist, das Buch zur Seite zu legen. Ähnlich verhält es sich mit Avas Gesundheitszustand - je mehr man darüber erfährt, desto mehr fragt man sich, wie das Ganze überhaupt zu einem halbwegs "guten" Ende geführt werden soll. Gerade dieser Punkt sorgt aber auch für enorme Spannung, weil man unbedingt wissen will, wie alles aufgelöst wird.Ich war ehrlich gesagt sehr skeptisch, ob die Autorin das am Ende überzeugend zusammenführen kann - aber ich war gleichzeitig unglaublich gespannt. Und auch wenn manches moralisch definitiv fragwürdig ist, habe ich die Reise trotzdem genossen. Umso erleichternder ist es, dass es am Ende eine Art Happy End für alle Beteiligten gibt.Was mir im Vergleich zu anderen Bänden der Reihe besonders positiv aufgefallen ist: Die Balance zwischen Handlung und Spice. Die spicy Szenen sind zwar vorhanden, aber sie überlagern die Story nicht komplett, sodass man hier deutlich mehr Fokus auf die eigentliche Handlung bekommt.Trotzdem bleibt die Frage, wie dieses doch sehr ungleiche Paar wirklich zusammenpasst. Die Chemie zwischen Eli und Ava ist spürbar, aber an manchen Stellen wirkt sie auch schwer greifbar oder nicht ganz nachvollziehbar.Der Schreibstil von Rina Kent ist dabei wieder unglaublich bildlich - man versinkt regelrecht in der Geschichte. Besonders im Hörbuch kommt das stark zur Geltung: Die Sprecher leisten einen richtig guten Job und tragen die Emotionen der Geschichte sehr intensiv.Ein intensiver, teilweise grenzwertiger, aber dennoch fesselnder Abschluss der Reihe, der einen zwiegespalten zurücklässt - zwischen "Das war mir zu viel" und "Ich konnte trotzdem nicht aufhören".